Cottbus - Die deutschen Weltmeisterinnen haben mit einem 1:0 (1:0)-Arbeitssieg gegen Irland einen weiteren Schritt zur erfolgreichen Titelverteidigung 2007 in China zurückgelegt.
Bei strahlendem Sonnenschein landete die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid im vierten Spiel der Qualifikation den vierten Sieg und führt mit nunmehr 12 Zählern weiter klar die Gruppe 4 vor Russland an. Vor 9257 Zuschauern in Cottbus sorgte die Potsdamerin Petra Wimbersky bereits in der 3. Minute für das Goldene Tor.
Das Spiel war anstrengend, stöhnte Silvia Neid. Wir sind gut gestartet, wie wir das geplant hatten. Aber dann haben wir zu viele Stockfehler gemacht. Ich kann der Mannschaft aber keinen Vorwurf machen, dass sie nicht genug gekämpft und sich um weitere Tore bemüht hätte, fügte die Bundestrainerin hinzu.
Ohne Torjägerin Birgit Prinz (Innenbanddehnung) und Abwehrchefin Steffi Jones (Fußblessur), startete das Team furios und lag durch Wimberskys 11. Auswahltreffer, die eine Eingabe ihrer Vereinkollegin Conny Pohlers unter die Latte knallte, schon nach 140 Sekunden vorn. Doch gab das frühe Tor dem Team nicht die erhoffte Lockerheit. Das gefürchtete Kurzpass-Spiel des Welt- und Europameisters blieb in Ansätzen stecken, zudem wurden beste Chancen von Sandra Minnert (2./11.) oder Kerstin Garefrekes (31./44.) vergeben.
In der Halbzeitpause mussten sich die Spielerinnen des Weltranglistenersten eine Kabinen-Predigt der Bundestrainerin anhören, die schon vor dem Match keine Gelegenheit ausgelassen hatte, darauf hinzuweisen, dass man auch solche kleinen Gegner - Irland belegt Platz 32 der Weltrangliste - nie unterschätzen dürfe. Mit der erst 17-jährigen Celia Okoyino da Mbabi vom SC Bad Neuenahr brachte Neid eine neue Regisseurin und beorderte Ariane Hingst für die enttäuschende Sonja Fuss in die Abwehr.
Doch auch weite Strecken der zweiten Halbzeit blieb vieles Stückwerk, der Sturm mit drei Spielerinnen vom frisch gebackenen DFB-Pokalsieger Turbine Potsdam fand nur selten den gewünschten Spielraum gegen die nur auf Verteidigung setzenden Gäste. Aus dem Mittelfeld kamen ebenfalls zu selten zündende Ideen, um die dichten irischen Abwehrreihen auszuspielen. Da zudem Torfrau Emma Byrne vom FC Arsenal zur besten Spielerin der Partie avancierte und Großchancen von Wimbersky (50./55.) und Pohlers (65.) zunichte machte, musste der haushohe Favorit sogar zittern, bis der Sieg unter Dach und Fach war. Das Tor war wie vernagelt. Man kann aber auch sagen, es war unser Unvermögen vor dem Tor, kritisierte Neid.
Im 273. Länderspiel - dem ersten gegen Irland - verbuchten die deutschen Damen zwar ihren 187. Sieg, doch muss sich das Team noch erheblich steigern, wenn im kommenden Jahr der WM-Triumph wiederholt werden soll. Die Qualifikation wird am 26. August mit dem Rückspiel beider Teams auf der grünen Insel und vier Tage später mit der Partie gegen die Schweiz in Schaffhausen fortgesetzt.
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