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Köpke: Natürlich kommt Kahn mit | 2006-04-11


München - Die Äußerung von Oliver Kahn auf seiner Pressekonfrenz in München, auch als Nummer 2 mit zur Weltmeisterschaft zu fahren, zog etliche Reaktionen nach sich. Die Deutsche Presse-Agentur sprach mit dem Bundestorwarttrainer Andreas Köpke.

dpa: Oliver Kahn will auch als Nummer 2 mit zur Weltmeisterschaft. Was bedeutet diese Entscheidung für Sie?

Köpke: Ich finde es grundsätzlich absolut positiv. Bis zum Turnier kann noch viel passieren. Wenn man mit den beiden besten Torhütern in das Turnier geht, ist man beruhigter.

dpa: Kann Kahn auch aus der Reservistenrolle heraus wegen seiner Erfahrung ein wichtiger Mann für die junge deutsche Mannschaft sein?

Köpke: Wir haben nicht eine Vielzahl von Führungsspielern. Im Turnier kann sich einer entwickeln, aber bisher sind das eigentlich nur Michael Ballack und die beiden Torhüter. Darum ist es wichtig, so viele wie möglich von ihnen dabei zu haben.

dpa: Was sagen Sie zu Medien-Spekulationen, die nach Kahns Entscheidung in Frage stellen, ob Jürgen Klinsmann den Bayern-Torwart überhaupt für die Weltmeisterschaft nominieren wird?

Köpke: Warum sollte Jürgen Klinsmann ihn nicht nominieren? Natürlich nehmen wir Oliver Kahn mit zur WM. Es ist nie angedacht gewesen, Oliver ganz weg zu lassen. Olli muss sich aber auch an seinen Äußerungen messen lassen. Natürlich war es eine brutale Entscheidung für ihn. Ich finde es absolut super, weil wir jetzt mit den beiden besten Torhütern zur WM fahren.

dpa: Glauben Sie, dass nach der gefällten Torhüter-Entscheidung und Kahns Reaktion nun in der Zusammenarbeit mit den beiden Keepern zum Beispiel auf dem Trainingsplatz weniger Spannung herrschen wird?

Köpke: Ich fand gar nicht, dass so eine Riesenspannung da war. Man redet unter Torhütern im Training nicht viel miteinander - das ist einfach so.

dpa: Glauben Sie, dass Oliver Kahn durch seine Entscheidung einen Imagegewinn erzielen kann?

Köpke: Auf jeden Fall. Wer diese Pressekonferenz gesehen hat, hat einen Olli Kahn erlebt, wie ihn viele nicht kannten. Ich glaube, dass viele sehr überrascht waren. Das war menschliche Größe, das zeigt den wahren Sportsmann.

dpa: Glauben Sie, dass er nun etwas befreiter und mit weniger Druck die Ziele mit dem FC Bayern in Meisterschaft und DFB-Pokal angehen kann?

Köpke: Die Jungs haben so oder so Druck. Champions League, Meisterschaft, Pokal - die kommen gar nicht zum Durchschnaufen. Ich denke, Oliver wird noch eine Schippe im Training drauflegen.

dpa: Auch vom 16. Mai an in der Vorbereitung mit der Nationalmannschaft auf eine Weltmeisterschaft, bei der er unter normalen Umständen gar nicht zum Einsatz kommen wird?

Köpke: Oliver und ich haben das schon während meiner Zeit als Nummer 1 bei einigen Turnieren zusammen gemacht. Der Sepp Maier, unser Torwarttrainer, musste sich damals am meisten massieren lassen, so viel haben wir trainiert.


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