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HSV bleibt im Titelrennen auf der Strecke | 2006-04-23


Düsseldorf - Nach der vierten Heimniederlage sind die Chancen des Hamburger SV im Titelrennen der Fußball-Bundesliga auf ein Minimum gesunken. In der Meisterschaft ist der Zug abgefahren, meinte HSV-Profi Bastian Reinhardt nach der 0:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen.

Natürlich bin ich enttäuscht. Aber die Mannschaft hat eine Klasse-Leistung abgeliefert und ist trotz der Niederlage vom Publikum mit Beifall verabschiedet worden, sagte Hamburgs Trainer Thomas Doll nach der sehenswerten Partie gegen die zum fünften Mal in Serie erfolgreichen Rheinländer. Im Abstiegskampf schöpfen sowohl der 1. FC Köln als auch der 1. FC Kaiserslautern noch Hoffnung, für den MSV Duisburg ist die Rückkehr in die Zweite Liga so gut wie sicher.

Mit 15 Punkten aus den letzten fünf Spielen ist Bayer Leverkusen derzeit die Mannschaft der Stunde. Mit dem glücklichen 2:0-Erfolg bei den Hanseaten festigten die Rheinländer ihren UEFA-Cup-Platz dank der Tore von Simon Rolfes und Paul Freier. Überragender Spieler bei Bayer war der ehemalige HSV-Torhüter Jörg Butt. Er hat uns im Rennen gehalten, lobte Leverkusens Coach Michael Skibbe. Auch Sportchef Rudi Völler war zufrieden. Wir haben im Moment einfach einen Lauf, sagte der ehemalige DFB-Teamchef.

Im Abstiegskampf feierten Eintracht Frankfurt (2:0 in Stuttgart) und der VfL Wolfsburg überraschende Auswärtssiege. Allerdings mussten die Niedersachsen den 1:0-Sieg bei Arminia Bielefeld durch den verwandelten Elfmeter von Miroslav Karhan teuer bezahlen. Nationalspieler Mike Hanke droht nach einer Bänderverletzung das vorzeitige Saisonende. Auch Eintracht Frankfurt konnte sich eine Woche vor dem Pokalfinale gegen den FC Bayern München mit dem Erfolg in Stuttgart ein wenig Luft verschaffen. Die Situation ist nach wie vor sehr gefährlich, aber wir werden es schaffen, sagte Trainer Friedhelm Funkel. Alexander Meier und Ioannis Amanatidis sicherten den Sieg.

Doch auch die auf den Abstiegsrängen platzierten 1. FC Köln und 1. FC Kaiserslautern feierten Drei-Punkte-Erfolge. Wir leben noch und haben es selbst in der Hand, drinzubleiben, sagte Daniel Halfar nach seinem 1:0-Siegtor gegen Hannover 96. Drei Punkte hinter den Roten Teufeln rangieren die Kölner. Beim 3:1-Sieg gegen den MSV Duisburg zeigte Nationalspieler Lukas Podolski seine alte Klasse. Jetzt sind wir auf Schützenhilfe angewiesen. Aber vielleicht schaffen wir ja noch was, sagte FC-Torhüter Alexander Bade. MSV-Boss Walter Hellmich hat sich mit dem Abstieg abgefunden. Das Ziel muss der sofortige Wiederaufstieg sein, forderte der Bauunternehmer.

Im Wettstreit um einen internationalen Startplatz in der kommenden Saison hat sich auch Hertha BSC noch nicht aufgegeben. Die Berliner retteten zwar durch Niko Kovac ein 2:2 bei Borussia Mönchengladbach, hätten die Partie allerdings gewinnen müssen. Natürlich wäre mir ein Sieg lieber gewesen. Aber jetzt können wir mit einem Sieg im nächsten Heimspiel gegen Leverkusen vorbeiziehen, sagte Torschütze Kovac.

Auf den sechsten Platz, der zur Teilnahme am UI-Cup berechtigt, spekuliert auch noch Borussia Dortmund. Der BVB setzte sich dank zweier Treffer von Florian Kringe mit 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg durch. Dabei gefiel vor allem Nationalspieler Christoph Metzelder mit einer tadellosen Leistung und erntete dafür Lob von seinem Trainer. Allein für seine unglaubliche Motivation im Training hat sich Christoph ein großes Kompliment verdient, befand Bert van Marwijk.


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