Sevilla - Auf dem Transfermarkt herrscht allerorten hektische Betriebsamkeit, doch der FC Schalke 04 hat seine Personalplanungen für die kommende Saison schon so gut wie abgeschlossen.
Die Hausaufgaben sind gemacht. Es wird in dieser Saison bei uns keinen Riesen-Umbruch wie in den vergangenen zwei Jahren geben. Da haben wir unseren Kader qualitativ so zusammen gestellt, dass wir jetzt keine großen Investitionen mehr planen, sagte Schalkes Teammanager Andreas Müller der dpa.
Was zu erledigen war, sei bereits geschehen, betonte Müller. Die auslaufenden Verträge mit Leistungsträgern wie Lewan Kobiaschwili, Gerald Asamoah, Dario Rodriguez, Gustavo Varela sowie Ersatzkeeper Christofer Heimeroth wurden schon vor Wochen verlängert. Zudem stehen zwei ablösefreie Neuzugänge fest. Mathias Abel kommt aus Mainz, Hamit Altintops Zwillingsbruder Halil aus Kaiserslautern. Halil Altintop kann sofort eingebaut werden. Bei Abel müssen wir abwarten, ob er mehr als eine Ergänzung wird. Aber er ist vielseitig und kopfballstark, sagte Müller, der darüber hinaus auf die Genesung des seit über einem Jahr verletzten Christian Pander (Kreuzbandriss) hofft. Nach mehreren Knie-Operationen befindet sich der einstige Hoffnungsträger wieder in der Reha. Müller: Für ihn ist die Tür offen. Aber wenn es erneut Komplikationen gibt, muss man nachdenken.
Drei altgediente Profis beenden ihre Karriere im Sommer: Marco van Hoogdalem, Tomasz Waldoch und Ebbe Sand. Der Stürmer und Publikumsliebling (211 Bundesliga-Spiele/73 Tore) kehrt nach sieben Jahren nach Dänemark zurück und wird dort ins Management des Erstligisten Silkeborg einsteigen. Zuvor soll Sand im Juli noch ein Abschiedsspiel erhalten. Mit Waldoch liefen Gespräche, ihn in anderer Funktion im Club einzubinden, so Müller: Es ist noch nichts perfekt, aber es sieht gut aus. Thomas Kläsener wird den Club dagegen wohl verlassen, weil er sich woanders mehr Einsatzzeiten erhofft.
Wegen der hohen Einnahmen aus Champions League und UEFA-Cup hätte Finanzchef Josef Schnusenberg sogar noch drei bis vier Millionen Euro für Verstärkungen übrig. Doch Müller will das Angebot womöglich nicht nutzen. Sicher wollen wir weiter die sportliche Qualität erhöhen, dabei aber im wirtschaftlichen Bereich kein zu hohes Risiko eingehen. Der Nachfolger von Rudi Assauer gibt auch zu bedenken, dass man nicht jedes Jahr fünf neue Spieler einbauen kann. Das gibt zu viel Unruhe und ist auf Dauer nicht gut. Wir haben nun einen guten Stamm zusammen. Notfalls könne man noch punktuell tätig werden.
Zwei Unwägbarkeiten gibt es. Die Hängepartie mit Christian Poulsen, den Müller aber so gut wie abgeschrieben hat. Der Däne wird wohl ins Ausland wechseln. Bliebe noch Lincoln. Hier könnte sich ein längerer Vertragspoker anbahnen, falls das Interesse des FC Bayern an dem Brasilianer ernsthaft sein sollte und der Spieler wechseln will.
Die Verantwortlichen reagieren gelassen. Grundsätzlich sei niemand unverkäuflich, so Assauer. Zugleich stellt er klar, dass man Lincoln (ein europäischer Topspieler) eigentlich nicht ziehen lassen will. Lincoln hat noch Vertrag bis 2008. Sportlich wäre sein Weggang ein großer Verlust und kaum so kompensieren. Daher ist ein Verkauf auch für Müller derzeit kein Thema: Wir planen voll mit Lincoln. Er ist für uns ein enorm wichtig für uns und hat hier das Paradies. Doch ganz ausschließen will auch Müller nichts. Aber seine Qualität ist so hoch, dass wir keinerlei Zugeständnisse machen würden beim Preis.
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