Kaiserslautern - Wenn Wolfgang Wolf die Wolfsburger VW-Arena betritt, wird er viele Freunde und Bekannte treffen. Schließlich saß der 48-Jährige gut fünf Jahre beim VfL Wolfsburg auf der Bank.
Er gilt zusammen mit dem damaligen Manager Peter Pander als Architekt der niedersächsischen Erfolgsstory, die den VfL sogar in den UEFA-Cup führte. Doch für Sentimentalitäten und Kontakte zu Freunden ist für Wolf vor dem Abstiegsendspiel seines 1. FC Kaiserslautern in der VW-Stadt kein Platz mehr.
Ich habe in dieser Woche mit keinem meiner Wolfsburger Freunde gesprochen. Da herrscht Funkstille, sagt Wolf, der lediglich per Handy einige schriftliche Grüße aus der alten Heimat erhielt. Der FCK-Coach konzentriert sich ganz auf die Arbeit mit seiner jungen Mannschaft, die in Wolfsburg das vor einem halben Jahr noch Unmögliche schaffen will: Den Klassenverbleib. Dafür müssen die Roten Teufel unbedingt gewinnen, bereits ein Unentschieden würde das Aus bedeuten. Natürlich hat der VfL alle Trümpfe in der Hand, weil ihnen ein Punkt reicht. Dennoch bin ich überzeugt davon, dass meine Jungspunde die Klasse halten, erklärt der Lauterer Trainer.
Dass das von ihm bereits bei seinem Amtsantritt im November prognostizierte Abstiegs-Endspiel ausgerechnet bei dem Verein stattfindet, bei dem Wolf 1998 seine Trainerkarriere in der Bundesliga begann, hätte der FCK-Coach selbst auch nicht gedacht. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich bin ehrlich. Dieses Spiel habe ich mir nicht gewünscht, gesteht Wolf, der den VfL Wolfsburg während seiner Amtszeit zu einer anerkannten Bundesliga-Adresse machte. Ich hatte eine schöne Zeit mit vielen Erfolgen.
Doch irgendwann war Wolf den nach der Champions League strebenden VfL-Verantwortlichen nicht mehr weltmännisch genug und wurde durch Jürgen Röber ersetzt. Trotzdem verbindet mich noch viel mit dem Verein. Ich muss gestehen, dass am Samstag jede Menge Herzblut dabei ist, sagt der 48-Jährige, der darauf jedoch keine Rücksicht nehmen kann. Ein Dreier muss für seinen FCK her, sonst droht den Pfälzern der zweite Abstieg nach 1996.
Doch davon will Wolf nichts wissen. Meine Mannschaft lebt schon seit Wochen mit dem Druck, gewinnen zu müssen. Sie wird damit auch in Wolfsburg klar kommen, erklärt der FCK-Coach. Für den Fall, dass die Rettung nicht gelingt, wird Wolf den Lauteren aber auch in der 2. Liga zur Verfügung stehen. Ich habe hier Vertrag, und den werde ich erfüllen. Es sei denn, man jagt mich nach dem Abstieg vom Betzenberg.
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