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Sportliche und finanzielle Krise in Kaiserslautern | 2007-09-05


Frankfurt/Main - Höllenfahrt statt Höhenflug: Auch im Jahr zwei nach dem Bundesliga-Abstieg hält der Abwärtstrend beim 1. FC Kaiserslautern an. Auf dem Zweitligakonto der mit großen Ambitionen gestarteten Roten Teufel stehen nach vier Saisonspielen zwei magere Pünktchen.

Außerdem befindet sich das Bankkonto in den Roten Zahlen und die Personalpolitik macht wenig Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die Situation ist schwierig. Man fängt fast wieder bei Null an, sagt der im Sommer verpflichtete Trainer Kjetil Rekdal.

Den Neuanfang hatte sich der ehemalige Bundesliga-Profi von Hertha BSC etwas leichter vorgestellt. Doch wegen finanzieller Engpässe hat der Traditionsverein aus der Pfalz erst Leistungsträger wie Tamas Hajnal (zum Bundesliga-Aufsteiger Karlsruher SC) verkaufen müssen und nun mit dem Transfer von Daniel Halfar zu Arminia Bielefeld auch noch damit begonnen, sein Tafelsilber in Gestalt der größten Talente zu verscherbeln.

Der Verkauf des 19-jährigen Mittelfeldspielers für 800 000 Euro ist Ausdruck der Misere beim viermaligen deutschen Meister. Die Hypothek der Fußball-Weltmeisterschaft, bei der die Pfälzer unbedingt Gastgeber sein wollten und sich dabei finanziell überhoben, wiegt immer noch schwer. Das zur WM-Arena ausgebaute Fritz-Walter-Stadion, durch dessen Verkauf an eine Betreibergesellschaft für 56 Millionen Euro die Pfälzer 2004 den drohenden Ruin abwendeten, kostet den Verein per anno 3,2 Millionen Euro Miete und verschlingt noch einmal 1,6 Millionen Euro an laufenden Kosten.

Weil die Kasse leer ist, durften auch Torhüter Jürgen Macho (AEK Athen/300 000 Euro) und Stürmer Noureddine Daham (TuS Koblenz) kurz vor dem Ende der Transferperiode wechseln. Nur dadurch wurde der Last-Minute-Einkauf des Dänen Esben Hansen von Odense BK, für den der FCK eine halbe Million Euro hinblätterte, möglich. Der 26-Jährige, der von Nationaltrainer Morten Olsen erstmals in die dänische Auswahl berufen wurde, gilt als neuer Hoffnungsträger. Er soll die junge und unerfahrene Mannschaft, deren Durchschnittsalter knapp über 23 Jahre liegt, führen.

Er ist ein gestandener Profi, der mit seinem Spielverständnis unser Mittelfeld ausbalancieren kann, sagt Rekdal über den Neuzugang, der wegen seiner Länderspiel-Nominierung erst in der zweiten September-Woche am Betzenberg erwartet wird. Sportdirektor Michael Schjönberg ergänzt: Jetzt haben wir mehr Möglichkeiten, sind nicht mehr so anfällig, wenn mal ein Spieler ausfällt. Ob dies reicht, die sportliche Qualität deutlich anzuheben, bleibt fraglich.

Noch jedenfalls haben die Novizen Rekdal und Schjönberg den erhofften Aufschwung nicht einleiten können. Die jungen Spieler waren in den ersten Saisonspielen teilweise überfordert, gestandene Akteure wie Alexander Bugera und Patrice Bernier schwächten das Team mit Feldverweisen. Die Spieler müssen schnell und viel lernen. Leider konnten wir bis jetzt noch nicht so viele Automatismen trainieren, erklärt Rekdal. Der Norweger weiß, dass schnellstmöglich Erfolge her müssen, um erst gar keine Unruhe aufkommen zu lassen. Noch genießt er die volle Rückendeckung der Vereinsspitze. Wir müssen ihm Zeit geben, warnt Vorstandschef Erwin Göbel vor frühzeitiger Panikmache.


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