München - DFB-Präsident Theo Zwanziger will als Konsequenz aus dem Streit um den inzwischen verlängerten Ausrüstervertrag mit adidas den Umgang mit seinen Sponsoren verändern.
Der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) kündigte in der Süddeutschen Zeitung ein Ende der sogenannten Handschlag-Deals mit langjährigen Partnern an. Wir können künftig nicht mehr sagen, wir machen es so wie immer, sagte Zwanziger im Interview mit der SZ als Konsequenz aus der juristischen Auseinandersetzung mit dem Sportartikelhersteller aus dem fränkischen Herzogenaurach.
Der DFB-Präsident berichtete, dass er angesichts der Verlängerung des Kontraktes mit adidas bis 2018 innerhalb der Verbandsführung darauf gedrängt habe, dass künftig auch im Umgang mit alten Partnern beachtet wird, dass übliche Gepflogenheiten nicht missachtet werden. In Zukunft müsse alles sauber vorbereitet sein und ein Vertragsabschluss dürfe erst veröffentlicht werden, wenn zuvor Präsidium, Schatzmeister und Juristen die Verhandlungsergebnisse vorgelegt worden seien.
Der DFB hatte den Ende 2010 auslaufenden Vertrag mit adidas Anfang der Woche vorzeitig bis 2018 verlängert. Zuvor hatte es zwischen beiden Partnern einen Streit darum gegeben, ob der Kontrakt im Zuge des Schuh-Konflikts innerhalb der deutschen Nationalmannschaft bereits per mündlicher Zusage bis 2014 verlängert worden war. Nach Angaben von Zwanziger bringt der Gesamtbetrag des neuen Kontraktes dem Verband durchschnittlich 26,2 Millionen Euro pro Jahr ein. Zuvor waren es elf Millionen.
Der DFB war wegen der Vertragsverlängerung von der Deutschen Fußball Liga (DFL) kritisiert worden, weil er eine deutlich lukrativere 500-Millionen-Offerte der US-Firma Nike für einen Vertrag von 2011 bis 2018 ausgeschlagen hatte. Den deutschen Proficlubs entgeht damit theoretisch eine Summe von rund 50 Millionen Euro. Zwanziger wies die DFL-Kritik nochmals zurück und forderte den Ligaverband stattdessen bei der weiteren Zusammenarbeit dazu auf, jeweils die Verhandlungsführerschaft des anderen zu respektieren.
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