Palermo - Florenz, Turin, Mailand, Palermo - mit der ersten Niederlage unter Trainer Mirko Slomka hat der FC Schalke 04 die Pleitenserie deutscher Teams in der italienischen Fußball-Woche fortgesetzt.
Trotz des 0:1 bei US Palermo im Achtelfinal-Hinspiel des UEFA-Pokals mochte Schalkes Teammanager Andreas Müller aus der vierten Schlappe einer deutschen Mannschaft in Italien keinen generellen Trend ableiten: Sicher ist es schmerzhaft, wenn man in einer Woche vier Mal verliert. Aber es ist nur eine Momentaufnahme, sagte Müller. Und wir haben ja noch die Chance, das im Rückspiel zu korrigieren.
Dem blamablen Auftritt der DFB-Elf beim 1:4 im Länderspiel folgte das kollektive Scheitern von Werder Bremen (unglückliches 1:2 bei Juventus Turin) und Bayern München (1:4 beim AC Mailand) im Champions-League-Achtelfinale. Und auch die im Jahr 2006 in neun Pflichtspielen unbesiegte und erfolgreichste Bundesliga-Elf von Schalke 04 schaffte es nicht, beim Tabellen-10. der Serie A zu bestehen und das ramponierte Renommee deutscher Teams auf europäischem Parkett aufzupolieren. Missmutig stapfte Nationalstürmer Gerald Asamoah aus dem Stadion Renzo Barbera: Ich esse zwar noch Pasta, aber ansonsten reicht es mit erstmal mit Italien.
Auch Slomka war nicht bester Laune, zollte aber dem in nahezu allen Belangen überlegenen Team um Torschütze Franco Brienza (16.) großes Lob. Wir respektieren den Gegner, der die erwartet gute Leistung gezeigt hat. Das Niveau in Europa wird mit jeder Runde besser, analysierte der 38-Jährige. Dass es seine erste Niederlage als Schalke-Coach war, registrierte er nur am Rande. Entscheidend ist doch, dass wir weiterkommen. Das 0:1 lastet zwar auf unseren Schultern, grundsätzlich bin ich aber guter Dinge für das Rückspiel.
Auch Müller versuchte, dem hoffentlich heilsamen Dämpfer Positives abzugewinnen. Es wäre doch schlimmer, wenn wir hier 1:1 spielen, und die erste Niederlage kommt am nächsten Donnerstag. So könne die Elf das Blatt trotz der schlechten Ausgangsposition noch wenden: Voraussetzung ist aber eine deutliche Leistungssteigerung.
Im Rückspiel am 16. März muss die Revierelf wieder die Tugenden zeigen, die sie bei den zuletzt sechs Pflichtspielsiegen so stark machte. Wir haben hier die nötige Kreativität, den Spielfluss und den Biss vermissen lassen, nicht effektiv und entschlossen genug nach vorn gespielt. Trotzdem denke ich, dass wir in der Lage sind, zu Hause 2:0 zu gewinnen, sagte Slomka verhalten optimistisch.
Die Hoffnungen auf den erstmaligen Viertelfinaleinzug in den UEFA-Cup seit 1998 knüpfen sich auch an die ersehnte Rückkehr von Spielmacher Lincoln. Lincoln ist für uns ein wichtiger Spieler und in Topform nicht zu ersetzen, meinte der Däne Christian Poulsen.
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