Bremen - Im Poker um Per Mertesacker herrscht Pause. Vor dem Nord-Duell zwischen Werder Bremen und Hannover 96 klaffen die Vorstellungen der beiden Bundesliga-Clubs über einen Wechsel des Fußball-Nationalspielers von der Leine an die Weser weit auseinander.
Es ist doch legitim, dass die Vorstellungen beider Vereine unterschiedlich sind. Dabei sollte man es auch belassen, sagte 96-Manager Ilja Kaenzig. Sein Bremer Kollege Klaus Allofs hatte vor zwei Wochen bei Kaenzig offiziell wegen Mertesacker angefragt. Doch das Angebot von geschätzten drei Millionen Euro für den 21-jährigen Abwehrspieler war den 96-Verantwortlichen viel zu niedrig. Die Vorstellungen von Werder Bremen entsprechen nicht annähernd unserem Konzept, sagte Kaenzig. Wir haben ein marktgerechtes Angebot unterbreitet, entgegnete Allofs. Eine neue Offerte gab es dem Vernehmen nach nicht.
Am Rande des USA-Länderspiels in Dortmund saßen Kaenzig, Allofs und Werder-Trainer Thomas Schaaf wenige Reihen voneinander getrennt auf der Tribüne. Über Mertesacker wurde nicht gesprochen. Mit einer Durchschnittsleistung konnte der bei Bundestrainer Jürgen Klinsmann gesetzte WM-Kandidat seinen Marktwert nicht entscheidend erhöhen. Hannover 96 ist für mich ein Verein, für den ich immer gerne Fußball spiele. Eine neue Herausforderung würde mich aber schon reizen, sagte Mertesacker vor seinem Auftritt im Weserstadion.
Ob er dort bereits im nächsten Jahr im Werder-Trikot aufläuft, ist derzeit ungewiss. Der Abwehrspieler hat bei Hannover 96 einen Vertrag bis 2008. Ein vorzeitiger Wechsel in diesem Sommer ist nur möglich, wenn sich die Vereine auf eine Ablösesumme einigen. Wir sind froh, dass er da ist. Es gibt keine Veranlassung für uns, selbst aktiv zu werden, sagte Kaenzig.
Im Sommer 2007 könnte Mertesacker die Niedersachsen aber für eine festgeschriebene Ablöse von rund 1,7 Millionen Euro verlassen. Der Faktor Zeit spricht also für die Bremer, die nach zwei Punktspiel-Niederlagen in Folge unter Erfolgsdruck stehen. Das ist ein Spiel, das wir gewinnen müssen. Wir können uns keine weiteren Fehler erlauben, sagte Nationalspieler Miroslav Klose.
Trainer Thomas Schaaf muss allerdings auf Kapitän Frank Baumann verzichten. Auch Torsten Frings und Johan Micoud sind angeschlagen. Hannover 96 ist sehr laufstark und in der Offensive sehr beweglich, warnte Schaaf seine Profis vor den Gästen, die allerdings bei bisher 17 Erstliga-Auftritten im Weserstadion nur einmal am 22. März 2003 (2:1) gewinnen konnten.
96-Coach Peter Neururer - nach eigenen Angaben in Bremen noch ohne Sieg - war zuletzt mit der Ausbeute seines Offensiv-Trios Jiri Stajner, Thomas Brdaric und Vahid Hashemian nicht zufrieden. Deshalb können sich auch Thomas Christiansen und der Portugiese Ricardo Sousa Chancen auf einen Platz in der Startelf ausrechnen. Sousa spielt eine durchaus wichtige Rolle in meinen Überlegungen, sagte Neururer.
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