Hamburg/Berlin - Der Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung der Fußball-WM im Sommer wird voraussichtlich viel umfangreicher ausfallen als bislang geplant.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte der Zeitung Bild am Sonntag: Ich bin mir mit Bundesinnenminister (Wolfgang) Schäuble darin einig, dass die Bundeswehr im Bedarfsfall bis zu 7000 Soldaten zum Schutz unserer Bevölkerung und der Gäste der Fußball-Weltmeisterschaft bereithält. Ursprünglich waren dafür nur etwa 2000 Soldaten im Gespräch.
Insgesamt liegen Jung dem Zeitungsbericht zufolge mehr als 100 Anträge auf Bundeswehr-Hilfe aus Ländern und Gemeinden vor. Das Blatt zitiert aus einem vertraulichen Unterstützungskonzept des Ministers für die Bereitschafts-Einheiten. Darin heißt es: Neben Naturkatastrophen und besonders schweren Unglücksfällen können Großschadensereignisse während der WM nicht ausgeschlossen werden. Konkret stelle die Bundeswehr Sanitätskräfte, ABC-Abwehreinheiten, Pioniere, Feldjäger mit Sprengstoff-Spürhunden sowie Hubschrauber und Flugzeuge bereit.
In der Debatte über englische Fußball-Fans hält der britische Innenminister Charles Clarke deutsche Ängste vor Hooligans von der Insel für unbegründet. Er sagte dem Magazin Focus, die Regierung habe die berüchtigten Schläger mit dem Gesetz gegen das Fußball- Rowdytum in den Griff bekommen. 3000 der schlimmsten Hooligans seien zur WM mit Reiseverboten blockiert. Clarke: Wir können die Deutschen beruhigen. Fast alle, die aus England zur WM kommen werden, sind echte Fußballfans.
Gleichwohl dürfe der Druck auf diese Leute nicht nachlassen. Deshalb schickt die britische Regierung während der WM mehr als 80 Polizeibeamte und Staatsanwälte nach Deutschland. 40 uniformierte Polizeibeamte würden die deutsche Bundespolizei unterstützen. Sie seien befugt, auffällige englische Fans in Zügen, an Flughäfen und Grenzen festzunehmen. Weitere Beamte würden die Polizei an den Spielorten der englischen Mannschaft beraten.
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