Mainz - Schritt für Schritt entfernt sich der 1. FC Kaiserslautern vom Tabellenende in der Fußball-Bundesliga. Mit dem 2:0 (2:0) beim FSV Mainz 05 feierten die Pfälzer den dritten Sieg nacheinander und verließen erstmals seit dem 10. Spieltag einen Abstiegsrang.
Das war ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Wir sind auf einem guten Weg, haben aber noch nichts erreicht, meinte FCK- Coach Wolfgang Wolf nach dem dritten 2:0-Erfolg in Serie, der die Handschrift der erfolgreichen Wolfschen Defensivstrategie dokumentierte. Magere zwölf Punkte standen für die Lauterer nach der Durststrecke der Hinrunde zu Buche. Schon elf Zähler sind es nach sechs Spielen der Rückserie. Der zum Saisonende scheidende Club-Chef René C. Jäggi strahlte mit seinem Trainer um die Wette: Das ist ein sehr gutes Gefühl, immer weniger mit dem Abstieg zu tun zu haben.
Nicht der seit seinem Dreierpack zum 3:2 gegen Wolfsburg am 17. Dezember 2005 erfolglose und erneut ausgewechselte Top-Torjäger Halil Altintop (13 Treffer), sondern Boubacar Sanogo ist derzeit der Erfolgsgarant des Pfälzer Höhenfluges. Der 23 Jahre alte Stürmer von der Elfenbeinküste erzielte seine Saisontore neun und zehn (24./Foulelfmeter und 26.) und schoss die Pfälzer mit vier Treffern nacheinander fast im Alleingang aus dem Tabellenkeller. Ich gebe nur mein Bestes, sagte Sanogo, der sich mit seinen Toren noch zur WM-Teilnahme im Land seines Arbeitgebers zu schießen hofft.
Getrübt wurde die FCK-Revanche für die 0:2-Hinspielniederlage und den K.o. im Achtelfinale des DFB-Pokals durch die schwere Verletzung von Stammtorwart Jürgen Macho. Der Österreicher zog sich beim Zusammenprall mit Michael Thurk einen Bruch der Elle im linken Unterarm zu, wurde noch am Spieltag in Landstuhl operiert und wird wochenlang fehlen. Nach dem Ausfall von Thomas Ernst (Muskelfaserriss in der Wade) hat Wolf ein Torwart-Problem, das jedoch der 19 Jahre alte Amateur Florian Fromlowitz lösen könnte. Mit einem halben Dutzend toller Paraden feierte der U-21-Nationalkeeper ein bemerkenswertes Bundesliga-Debüt. Als ich den ersten Ball gehalten habe, fühlte ich mich sofort sicher, sagte der Youngster, dem Wolf bescheinigte: Er spielte abgeklärt wie ein Alter.
Lauterns Lichtblick vor 20 300 Zuschauern sorgte zugleich für Düsternis und Trübung der Fastnachtsstimmung in Mainz. Das ist ein negativer Höhepunkt und eine miese Situation, meinte Trainer Jürgen Klopp, der aus dem fünften sieglosen Spiel in Serie nur eine positive Erkenntnis zog: Sensationell, wie unsere Zuschauer die Niederlage wegsteckten und trotzdem sangen. FSV-Präsident Harald Strutz erkannte die bittere Realität (Wir sind im Abstiegskampf angekommen), wollte aber eines klarstellen: Wir sind in keiner Mitleidssituation.
Strutz beklagte sich auch nicht über den umstrittenen Elfmeter, den Schiedsrichter Knut Kircher (Rottenburg) nach einem Laufduell zwischen Benjamin Weigelt (Ich habe ihn nicht berührt) und Jon Inge Höiland (Er hat mich berührt) pfiff. Wenn überhaupt, kam der Kontakt außerhalb des Strafraums zu Stande. Klopp gab die ersten Durchhalteparolen aus: Wir müssen jetzt alle noch enger zusammenrücken, und wenn wir uns auf dem Schoß sitzen.
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