Bremen - Werder Bremen hat die Schwächephase überwunden. Nach drei Bundesliga-Spielen ohne Sieg kehrten die Bremer mit einem deutlichen 5:0 (2:0)-Erfolg gegen Hannover 96 auf den angestrebten Champions-League-Kurs zurück.
Das klare Resultat täuscht allerdings über erhebliche Mängel im Bremer Spiel hinweg. Die Mannschaft hatte vor 41 646 Zuschauern in einem kuriosen Nord-Duell lange Zeit große Probleme mit Hannover 96, das die Eckball-Wertung mit 13:2 gewann.
Im Gegensatz zu den Niedersachsen präsentierten sich die Werder-Profis aber kaltschnäuzig im Abschluss. Ein Doppelschlag von Nelson Valdez (43.) und Johan Micoud (45.) vor der Pause löste die Verkrampfung. Nach dem Seitenwechsel machten Valdez (53./82.) und Miroslav Klose (54.) mit seinem 19. Treffer die höchste Saison-Pleite von Hannover 96 perfekt. Drei Tore tun mir gut. Sie ändern aber nichts an meiner Gesamtsituation. Ich möchte Stammspieler sein, sagte der dreifache Torschütze Valdez, der für Ivan Klasnic spielte.
Hannover hat 43 Minuten hervorragend gespielt. Wir haben zur Halbzeit 2:0 geführt, wissen aber nicht, warum, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Er hatte auch Nationalspieler Patrick Owomoyela auf die Bank gesetzt. Dafür rückte der Finne Petri Pasanen in die Startelf. Dagegen vertraute 96-Coach Peter Neururer, der zuvor um die Aufstellung ein Geheimnis gemacht hatte, auf die bewährte Formation der vergangenen Wochen.
Das Vertrauen schien sich zunächst auszuzahlen. 96 übte 35 Minuten großen Druck auf die verunsicherte Bremer Mannschaft aus. Besseren Fußball können wir nicht spielen. Doch plötzlich stand es 0:2, sagte Neururer. Seine Spieler gingen nur äußerst fahrlässig mit ihren Chancen im Minutentakt. Das sollte sich rächen.
Zunächst bewahrte der überragende Werder-Torhüter Tim Wiese sein Team mit Glanzparaden gegen Christoph Dabrowski (11./18.), Vahid Hashemian (18.), Per Mertesacker (22.) und Michael Tarnat (29.) vor einem frühen Rückstand. Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Torsten Frings (33.) weckte Mittelfeldspieler Tim Borowski (34. ) mit der ersten Werder-Chance die Hanseaten auf.
Die Aktion war das Signal für einen Bremer Sturmlauf in bester Werder-Tradition. Der Doppelschlag vor der Pause durch Valdez und Micoud, dessen Schuss von Hannovers Nationalspieler Per Mertesacker abgefälscht wurde, entschied die Partie frühzeitig. Per ist noch nicht in bester Form, kommntierte Werder-Manager Klaus Allofs die durchwachsene Leistung des Bremer Wunschkandidaten, der gegen Klose und Valdez .
Nach der Pause brachte 96-Trainer Neururer für Verteidiger Steve Cherundolo in Silvio Schröter einen weiteren Offensivspieler. Dadurch eröffneten sich den Bremern gute Konterchancen, die sie eiskalt zum zweithöchsten Saisonsieg nach dem 6:1 gegen Wolfsburg verwerteten. Wir sind froh über dieses Erfolgserlebnis. Jetzt haben wir mehr in unserer Hand, auch was die Tabelle angeht, sagte Schaaf.
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