Kaiserslautern - Das frühere Glück der späten Tore hat den 1. FC Kaiserslautern verlassen und dem VfB Stuttgart ein 1:1 (1:0) beschert.
Wir haben zu lange auf den Schlusspfiff gewartet. Aber das müssen wir schlucken, meinte FCK-Trainer Wolfgang Wolf nach dem Joker-Tor von Mario Gomez in der 3. Minute der Nachspielzeit. Schiedsrichter Helmut Fleischer (Sigmertshausen) ließ noch den Anstoß ausführen, um dann das Nachholspiel der Fußball-Bundesliga umgehend abzupfeifen. Sehr zum Zorn der aufgebrachten Pfälzer Fans unter den 30 593 Zuschauern, die das Überziehen der zweiminütigen Nachspielzeit mit Wurfgeschossen quittierten.
Der Ärger über den vermeidbaren Verlust zweier Punkte im Kampf gegen den Abstieg hielt sich beim FCK-Coach dagegen in Grenzen. Nachdem sich die Schockwirkung des späten Schwabenstreichs verflüchtigt hatte, zeigte sich Wolf von seiner bissigen Seite: Ich bin zwar ein bisschen traurig, doch ich werde den Teufel tun und dem 1:1 nachtrauern. Vor dem Spiel wäre Wolf mit einem Punkt gegen den VfB zufrieden gewesen, dem er personell Champions-League-Qualitäten attestiert hatte.
Trotz des sechsten Spiels nacheinander ohne Niederlage sieht der 48-Jährige noch längst keinen Grund, sich auf dieser Erfolgsserie auszuruhen. Wir sind zwar auf einem guten Weg, müssen uns aber Punkt für Punkt hart erarbeiten. Vielleicht holen wir auswärts mal den einen anderen Punkt. Über den FCK wird sich noch mancher wundern, meinte Wolf kämpferisch mit Blick auf die schweren Auswärtsspiele in Hamburg und Dortmund. Auch FCK-Chef René C. Jäggi warnte: Wir bewegen uns nach wie vor auf dünnem Eis, aber sicheren Schrittes.
Zufrieden war Wolf wieder mit seinen Youngstern Fabian Schönheim (19), Axel Bellinghausen (22) und Torwart Florian Fromlowitz (19), der mit tollen Reflexen einen früheren Ausgleich verhinderte. In Sebastian Reinert (18) und Daniel Halfar (18) standen zum Schluss zwei weitere Talente im Trikot der Roten Teufel auf dem Feld. Wolfs Sonderlob bekam auch Halil Altintop ab, der mit seinem 14. Saisontreffer in der 15. Minute seine seit dem 17. Dezember 2005 dauernde Torflaute beendete. Er zeigt ansteigende Form. Wer gut trainiert, spielt meistens auch gut, sagte Wolf über den künftigen Schalker.
Für Stuttgarts Trainer Armin Veh bleibt der Betzenberg ein Trauma. Weder als Spieler von Borussia Mönchengladbach noch als Trainer von Hansa Rostock gelang ihm ein Sieg. Zudem endete dort seine Bundesliga-Karriere mit einem komplizierten Verrenkungsbruch im Fuß. Positiv ist, dass wir uns nie beirren ließen und alles auf eine Karte gesetzt haben, sagte Veh. Immerhin hielt die VfB-Serie von vier Spielen ohne Niederlage inklusive des UEFA-Cup-Sieges in Middlesbrough, die Stuttgart auf UEFA-Cup-Kurs hält. Platz fünf wird bis zum Saisonende hart umkämpft sein, prognostizierte Manger Horst Heldt, der den Punktgewinn als glücklich bezeichnete.
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