Kaiserslautern - Auch seine zwei Tore zum höchsten Saisonsieg des 1. FC Kaiserslautern konnten Halil Altintop nach dem 3:0 (2:0) gegen Borussia Mönchengladbach nicht in Siegesstimmung versetzen.
Die Situation ist nach wie vor sehr, sehr schwer. Nicht nur der Tabellenstand, auch im Verein stimmt derzeit vieles nicht, schimpfte der türkische Torjäger, der mit seinen Saisontoren 15 und 16 binnen 101 Sekunden (32./33.) die Weichen zum wichtigsten Sieg, seit ich hier bin (Trainer Wolfgang Wolf) stellte. Ervin Skela besorgte vor 35 861 Zuschauern auf dem Betzenberg mit einem sehenswerten Schlenzer das 3:0 (66.).
Als Gründe für seinen Missmut will Altintop mehrere Störfaktoren im Abstiegskampf der Pfälzer ausgemacht haben. Konkret nannte er die von Wolf bereits vor dem Spiel angesprochenen Unzulänglichkeiten in der medizinischen Versorgung und die unsichere Personallage im Falle des zweiten Abstiegs aus der Fußball-Bundesliga nach 1996. FCK-Coach Wolf hatte angekündigt, in der nächsten Saison Umstrukturierungen im medizinischen Bereich vorzunehmen, nachdem das 19-jährige Abwehrtalent Fabian Schönheim (Muskelfaserriss im Oberschenkel) auf eine Zerrung behandelt worden war.
Altintop will sich seinen guten Ruf nicht ruinieren lassen. Ich will den Verein nicht als Absteiger verlassen, sagte der im Sommer zum FC Schalke 04 wechselnde Türke, der seinen großen Anteil am Sieg herunterspielte: Ich bin dafür da, um Tore zu schießen. Nach den beiden Auswärtsniederlagen in Hamburg und Dortmund sieht Altintop dringenden Bedarf, auch auswärts zu punkten. Der Anfang soll in Leverkusen gemacht werden. Altintop: Da fahren wir mit breiter Brust hin.
Auch FCK-Trainer Wolf schlug nach der Verringerung des Abstandes von nur noch einem Punkt auf einen Nichtabstiegsplatz forsche Töne an, die sich wie das Pfeifen im Pfälzer Wald anhörten: Es darf sich keiner von denen, die vor uns stehen, zu sicher fühlen. Sie müssen höllisch aufpassen und zittern.
Höllisch aufpassen, dass ihm seine Mannschaft nicht aus dem Ruder läuft, muss Gladbachs Trainer Horst Köppel. Durch ihre eklatante Auswärtsschwäche droht die Borussia in der Tabelle nach unten durchgereicht zu werden. Über den UEFA-Cup brauchen wir mit solchen Leistungen wohl nicht mehr reden. Da war kein Leben drin, monierte der sichtlich angefressene Sportdirektor Peter Pander. Mit einigen offensichtlich lustlosen Spielern sieht er dringenden Gesprächsbedarf. Das ist einfach zu wenig. Darüber müssen wir uns intern unterhalten, sagte Pander nach dem neunten sieglosen Auswärtsspiel in Serie.
In Selbstüberschätzung und mangelnder Selbstkritik sieht Köppel die Ursache für die schwachen Auftritte seines Teams in der Fremde. Da wird in dieser Woche Tacheles geredet, sagte Köppel, der sich selbst nicht aus der Verantwortung stehlen will. Köppel: Nach so einem Spiel muss man den Kritikern in gewisser Weise auch mal Recht geben und sich als Trainer fragen, ob man alles richtig gemacht hat.
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