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Cafú, Totti, Owen: Stars zittern um WM-Teilnahme | 2006-03-27


Stuttgart - Gut zehn Wochen vor der Weltmeisterschaft läuft so manchem verletzten Fußball-Star die Zeit davon: Statt sich auf dem Rasen in Topform zu bringen, plagen sich die Rekonvaleszenten bei Krankengymnastik, Lymphdrainagen und ähnlichem.

Italien bangt mit Francesco Totti, Brasilien mit Cafú, Tschechien mit Jan Koller, Spanien mit Xavi, Paraguay mit Roque Santa Cruz, die Niederlande mit Wesley Sneijder, England mit Michael Owen. Aber die Hoffnung auf das Ball-Spektakel vom 9. Juni bis 9. Juli stirbt zuletzt. Erst Ende Mai will Italiens Nationalheld Totti nach Wadenbeinbruch wieder ins Training einsteigen. Nationaltrainer Marcello Lippi hält ihm einen Platz frei: Wir werden auf Totti warten und alles tun, damit er bis zur WM fit wird.

Optimismus fördert den Heilungsprozess: Bayern-Profi Santa Cruz ist zwar seit Ende Oktober wegen eines Kreuzbandrisses außer Gefecht, hat aber die WM noch nicht abgeschrieben: Gleich nachdem es passiert ist, habe ich gerechnet, wie lange es dauern wird, bis ich wieder spielen kann. Es ist eng, aber ich bin auf einem guten Weg, sagte der Paraguayer. Auch sein Münchner Kollege und Irans Ass Ali Karimi (Syndesmoseriss) kämpft darum, rechtzeitig wieder fit zu sein.

Dass einige Nationaltrainer - darunter Jürgen Klinsmann - vergeblich versucht hatten, beim Weltverband (FIFA) den Meldeschluss vom 15. Mai weiter nach hinten zu schieben, hat auch einige prominente Patienten interessiert. Vor allem die gefürchtetste Verletzung könnte so manchem hoch dotierten Ballkünstler einen Strich durch die Rechnung machen: Nach einem Kreuzbandriss kämpfen neben Santa Cruz auch die tschechischen Angreifer Vratislav Lokvenc (SV Salzburg) und Jan Koller (Borussia Dortmund) um ihre Rückkehr. Läuft alles nach Plan, bin ich im Mai wieder dabei, kündigte hingegen Koller an. Der erfolgreichste Schütze seines Landes (40 Tore in 66 Länderspielen) war am 24. September im Spiel des BVB in Mainz (1:1) ausgefallen. Die WM sei aber nach wie vor sein großes Ziel.

Spaniens Mittelfeld-Ass Xavi vom FC Barcelona erholt sich schneller als erwartet von der gleichen Verletzung. Nationalcoach Luis Aragónes zählt weiter auf den Katalanen, hat aber noch ein anderes Sorgenkind: Raul, der Kapitän von Real Madrid, hatte sich nach einem Anriss des Kreuzbandes gegen eine Operation entschlossen. Nach drei Monaten Pause spielt er zwar wieder, läuft aber seiner Form hinterher. Zu den Wackelkandidaten gehört auch Ajax-Talent Sneijder: Der Niederländer leidet seit Januar unter einen Kniesehnen-Verletzung.

Brasiliens Kapitän Cafú (142 Länderspiele), der am 7. Juni bereits 36 wird, will als erster Spieler überhaupt vier Mal hintereinander in einem WM-Endspiel stehen und zum dritten Mal die begehrteste Trophäe der Fußball-Welt erobern. Doch der Abwehrspieler vom AC Mailand wurde am 15. Februar am Meniskus operiert. Ursprünglich wollte er am 26. März gegen den AC Florenz sein Comeback feiern, doch daraus wurde nichts. Ich bin sicher, dass ich in ausgezeichneter Form zur WM fahre, sagte Cafú und relativiert in einem Atemzug: Das ist mein Traum. Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira hat bereits angekündigt, die Erfahrung, die ein Cafú mitbringe, könne man nicht einfach aus dem Fenster schmeißen.

Bereits am 8. Mai will Englands Coach Sven-Göran Eriksson einen 26-köpfigen WM-Kader benennen - darunter drei Standby-Spieler für den Fall, dass sich noch jemand verletzt oder nicht rechtzeitig fit wird. Stürmer Michael Owen (Newcastle United) wurde jetzt noch einmal operiert: Eine Schraube im rechten Mittelfuß, den er sich im Dezember gebrochen hatte, musste nachgezogen werden. Der 26-Jährige rechnet trotzdem fest mit seiner WM-Teilnahme. Aber auch die Arsenal-Profis Sol Campbell (Knöchelverletzung) und Ashley Cole (Fußbruch) sind außer Gefecht. Eriksson hat sie jedoch noch nicht abgeschrieben: Ich hoffe, dass die Drei schon bald wieder auf dem Fußballplatz sind.


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