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Eklat in Oberliga Nordost - Hitlergruß gezeigt | 2006-03-28


Berlin/Leipzig - Der Eklat in der Fußball-Oberliga Nordost mit Ausschreitungen und dem Hitlergruß des Nigerianers Adebowale Ogungbure weitet sich aus.

Während der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) die Vorfälle beim Spiel Hallescher FC gegen FC Sachsen Leipzig vor das Sportgericht bringt und die Regelungen zu Stadionverboten verschärfen will, kritisiert FC Sachsen-Präsident Rolf Heller die Polizei in Halle. Diese habe nach seiner Aussage weggesehen, als ein so genannter Anhänger mehrfach eine rechtsradikale Parole gerufen habe. Das Weggucken der Polizei ist bedenklich, sagte Heller in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur .

Die Staatsanwaltschaft Halle stellte derweil die Ermittlungen gegen den Nigerianer ein. Klaus Wiechmann, Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle, sagte der Leipziger Volkszeitung: Der ermittelnde Staatsanwalt hat heute das Verfahren gegen Herrn Ogungbure eingestellt. Das Zeigen des Hitlergrußes war in diesem Fall nicht strafrelevant. Ogungbure wurde provoziert, er identifiziert sich nicht mit den Zielen verfassungsfeindlicher Organisationen.

Nach dem 2:2 am 25. März zwischen Halle und Leipzig war Ogungbure von Hooligans provoziert und angegriffen worden. Der Leipziger Spieler hatte mit einem Hitlergruß darauf reagiert. Von Amts wegen ermittelte die Polizei gegen ihn wegen öffentlichen Zeigens verfassungsfeindlicher Symbole.

Heller forderte, dass an der Lösung des Problems auch die Politik mitwirken müsse. Da sind wir als Verein allein überfordert. Da müssen konzertierte Aktionen her, sagte Heller. Dies sei vor allem auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft von großer Bedeutung. Wenn wir sagen Die Welt zu Gast bei Freunden und präsentieren uns in dieser Art und Weise, ist das ein großes Image-Problem. Wir wollen das Bild von Leipzig, das entstanden ist, zurecht rücken. Es ist eine Situation entstanden, die die Region und ganz Deutschland in Misskredit bringt, erklärte Heller.

Derweil kündigte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs an, dass die Vorfälle nach der Erstellung des Berichts eines offiziellen Spielbeobachters vor dem Sportgericht verhandelt werden sollen. Beide Vereine haben die Pflicht zur Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit, sagte er. Als schwierig stufte Fuchs Sanktionen gegen gewaltbereite Fans in der 4. Liga ein.


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