Weilheim - Die beiden Buchstaben WM als Auto-Kennzeichen verpflichten. Zum einen flitzt Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer als Chef des WM-Organisationskomitees in einer Nobelkarosse mit dem vielsagenden Nummernschild WM - 2006 durch die Gegend.
Und jetzt will Weilheim als Mutter des Nummernschildes auch noch mit einer WM-Hymne für den richtigen Ton sorgen. Wir erwarten uns davon ein überregionales Echo, hofft Johannes Krick vom Verein für Standortförderung in der oberbayerischen Kreisstadt.
Der findige Manager ist der Überzeugung, dass aus Weilheim als Namensgeberin des werbewirksamen Auto-Kennzeichens möglichst viele Aktivitäten zur Fußball-Weltmeisterschaft kommen sollten. So wurde die Komposition einer WM-Hymne ausgeschrieben, an der sich bis 8. Mai - einen Monat vor der Eröffnung des Riesen-Spektakels - Bands und Musikproduzenten aus dem gesamten Landkreis beteiligen können. Mitmachen kann jeder, erläutert Krick, der seinen Erstwohnsitz im südlich des Starnberger Sees gelegenen Landkreis Weilheim-Schongau hat. Außerdem muss der Text Deutsch sein und es sich um eine Eigenkomposition mit Hymnencharakter handeln, bestätigt er einen Bericht des Münchner Merkur.
Die Stadt will sich den Spaß 4000 Euro kosten lassen, immerhin darf der Gewinner den Titel bei der Übertragung des WM-Eröffnungsspiels auf einer Großleinwand in der Weilheimer Innenstadt vor großem Publikum präsentieren. Krick plant zudem, die Hymne dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) in Frankfurt am Main noch vor dem Anpfiff der WM zu präsentieren. Auf unseren Aufruf hin haben sich sofort etliche Interessenten gemeldet, die eine Hymne komponieren wollen, freut sich Krick.
Schließlich wirbt Franz Beckenbauer schon seit über einem Jahr für die Stadt und den Landkreis im bayerischen Oberland. Und das kam so: In der Landkreis-Gemeinde Iffeldorf im Fünf-Seen-Land ist die zur Technischen Universität (TU) München gehörende Limnologische Station heimisch. Dozenten und Studenten betreiben dort Gewässerkunde. Der rührige Leiter der Station, Prof. Arnulf Melzer, saß zu dem Zeitpunkt, als bekannt gegeben wurde, dass Deutschland Austragungsort der Fußball-WM 2006 ist, im Auto und hörte Radio. Ich fuhr damals einen Dienstwagen mit der Nummer WM - 2222. Sofort schoss mir in den Kopf: Die Nummer WM - 2006, die wärs, erinnert sich Melzer.
Doch das Kennzeichen - Fahrzeuge staatlicher Behörden haben Schilder ohne Buchstaben zwischen Kreis-Kennzeichen und Ziffern - hing bereits am Anhänger eines Lasters beim Weilheimer Wasserwirtschaftsamt. Dessen Chef trat das Kennzeichen allerdings großzügig ab. 2004 schloss die TU München einen Vertrag mit Audi. Die Autobauer lassen seitdem einen auf diese Nummer der TU-Außenstelle zugelassenen dunkelblauen A 8 für das WM-Organisationskomitee laufen. Auch Beckenbauer nutzt die Nobellimousine, wie es heißt, wenn er sich für das Großereignis ins Zeug legt. Im Gegenzug kurven Mitarbeiter der Limnologischen Station im Dienst mit einem A 6 herum.
Nach der WM erlischt der Vertrag. Vielleicht bekommt dann eines unserer Boote die Nummer WM - 2006, meint Melzer augenzwinkernd, will damit aber keineswegs sagen, dass die deutsche Nationalmannschaft bei der WM baden geht.
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