Berlin - Zehn Wochen vor der Fußballweltmeisterschaft sorgt sich die Polizei weiterhin um die Sicherheit der Public-Viewing- Plätze, auf denen die Spiele auf Großleinwänden übertragen werden.
Dies bereitet uns nach wie vor Probleme, sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Wolfgang Speck, in einem dpa- Gespräch. Laut Speck gibt es bundesweit etwa 300 dieser Übertragungsorte. Beruhigender sei die Situation in den zwölf WM- Stadien. Im Grundsatz kann man sagen: Die Stadien sind sicher, sagte Speck. Wer hineingehe, werde auf jeden Fall durchsucht.
Der Polizeigewerkschafter forderte von den Veranstaltern der öffentlichen Übertragungen eine engere Zusammenarbeit und rechtzeitige Absprachen. Die Polizei müsse wissen, wer dort hinkommt. Neu unter Sicherheitsaspekten seien für die Polizei auch die zahlreichen Camps, in denen sich während der Fußball-WM junge Leute aufhalten, die kein Geld für ein Hotel haben.
Die Probleme mit gewalttätigen Hooligans hält Speck für beherrschbar. In Deutschland gebe es etwa 7000 davon. Ich glaube schon, dass wir überwiegend wissen, was die tun. Die Hooligans ständen nicht nur während der Fußball-WM im Fokus der Polizei, sondern jedes Wochenende. Bei den aus dem Ausland zu erwartenden Hooligans baut der Polizeigewerkschafter auf die Zusammenarbeit mit den jeweiligen ausländischen Kollegen, die während der WM auch in Deutschland präsent seien.
Die Gefahr rechtsextremistischer Übergriffe sollte man zwar nicht überbewerten, meinte Speck. Rechtsradikale machten immer vor Großveranstaltungen mobil. Aber wir müssen vorbereitet sein. Diese Geschichte von rechts müssen wir einfach ernst nehmen.
Speck begrüßte, dass Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Bundeswehr nun nicht mehr während der WM einsetzen will. Wenn Schäuble sage, es sei nie daran gedacht gewesen, die Bundeswehr in und um Stadien einzusetzen, akzeptieren wir das als schon lange fällige Kehrtwendung. Gegen Überwachung aus der Luft habe die Polizei nichts, sagte Speck. Wir begrüßen es, wenn uns da die Bundeswehr hilft.
Ausdrücklich unterstützte der DPolG-Chef die Absicht Schäubles, während der WM den freizügigen Grenzübertritt einzuschränken und von Fall zu Fall wieder Kontrollen vorzunehmen. Schäuble beruft sich auf eine Klausel im Schengen-Abkommen, mit dem die Grenzkontrollen aufgehoben werden. Deutschlands Schengen-Nachbarn sind Dänemark, Österreich, Frankreich und die Beneluxländer.
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