Nürnberg - Die Ein-Mann-Show von Robert Vittek ist vorbei, doch auch so hat der 1. FC Nürnberg das Abstiegsgespenst praktisch verjagt. Das lassen wir uns nicht mehr nehmen, sagte Manager Martin Bader nach dem Stürmer-Festival beim überzeugenden 3:0 (1:0)-Sieg gegen den FSV Mainz 05.
Er sprach angesichts des Sieben-Punkte- Polsters auf einen Abstiegsplatz von einem großen Schritt Richtung Klassenerhalt. Jetzt haben wir es selbst in der Hand, und wenn ich an unsere momentane Heimstärke denke, dann ist mir nicht bange. Die maßlos enttäuschenden Mainzer müssen sich ernsthafte Sorgen machen, doch Trainer Jürgen Klopp gelobte nach der Pleite schnelle Besserung: Ich weiß, dass meine Mannschaft nicht zwei Mal hintereinander so einen Dreck spielen wird.
Seit vier Heimspielen ungeschlagen, zehn Tore in den letzten vier Partien vor eigenem Publikum - die Nürnberger sind zu Hause wieder ein Macht. Gegen eine Mainzer Mannschaft ohne Esprit und Kreativität demonstrierte der Club vor 44 691 Zuschauern seine neue Stärke, die auch den Gegner ins Staunen brachte. Nürnbergs Offensive, das ist geballte Qualität, sagte FSV-Manager Christian Heidel. Seit Trainer Hans Meyer am Valznerweiher das Sagen hat, sind bei den Franken Spielfreude und das Wir-Gefühl zurückgekehrt - und die unter dessen Vorgänger Wolfgang Wolf zu Reservisten degradierten Iwan Saenko und Vittek zu gefährlichen und erfolgreichen Stürmern aufgeblüht.
Saenko (3.) erzielte das 1:0 und bereitete das 2:0 durch den eingewechselten Stefan Kießling (68.) vor. Das war ein großer Tag für die Mannschaft und die Zuschauer, gab der Russe strahlend zu Protokoll. Wir genießen unseren Fußball, unser Spiel nach vorne. Auch Vittek, der in den vergangenen fünf Spielen neun der 13 Club- Treffer erzielte, kam an seinem 24. Geburtstag noch in den Genuss eines Tores und machte mit seinem elften Saisontreffer den wichtigen Erfolg perfekt.
Wir haben heute gegen eine dünne Mannschaft gespielt, sagte FCN- Coach Meyer in Anspielung auf den harmlosen Gegner und vermied es in Sorge um zu viel Übermut bewusst, die starke Leistung seiner Mannschaft entsprechend zu würdigen. Die ersten zehn Minuten seien richtig gut gewesen, und nach dem 2:0 sei die Angst vor dem Gewinnen weg gewesen, sagte der 63-Jährige, dem das Wort Klassenverbleib immer noch schwer über die Lippen kommt. Praktisch scheine man sich aus dem Abstiegskampf verabschiedet zu haben, sagte Meyer, aber so lange wir nicht im sicheren Hafen sind, werden wir nicht darüber reden.
Bei den Mainzern muss bei nur 28 Punkten vom Abstieg gesprochen werden. Das war unser schlechtestes Auswärtsspiel, klagte FSV- Präsident Harald Strutz. Klopp verbarg seine Enttäuschung hinter beißender Ironie. Die Niederlage schmerzt nicht, weil es ein Spiel war, das wir verlieren mussten, meinte der 38-Jährige, wir haben schlecht angefangen, um dann nachzulassen. Vielleicht führt der in Nürnberg schmerzlich vermisste Antonio da Silva in seinen letzten Spielen für Mainz eine Steigerung herbei. Wenn sich der Brasilianer mit dem VfB Stuttgart Anfang dieser Woche einig werde, so Manager Heidel, werde der FSV den Transfervertrag unterschreiben. Als Ablöse sind 1,8 Millionen Euro im Gespräch.
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