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Blackout: MSV Duisburg kaum noch zu retten | 2006-04-02


Wolfsburg - Ein Blackout in der Schlusssekunde hat die Hoffnungen des MSV Duisburg auf den Verbleib in der Fußball- Bundesliga dramatisch sinken lassen. Steve Marlets Tor zum 1:1 (0:0) rettete dem VfL Wolfsburg einen eminent wichtigen Punkt im Abstiegskampf und entriss den Zebras den schon sicher geglaubten zweiten Auswärtssieg.

Das ist natürlich bitter. Wir haben zwei Punkte sehr unglücklich liegen gelassen und hätten den Sieg verdient gehabt, konstatierte Trainer Jürgen Kohler nach dem neuerlichen Rückschlag enttäuscht. Seine Spieler saßen lange niedergeschlagen auf dem Rasen und wirkten schon wie endgültige Verlierer in einem Kampf, der eigentlich noch sechs Spieltage andauern sollte.

Dabei fühlten sie sich nur wenige Augenblicke zuvor noch als Gewinner der Partie. Peter van Houdts erstes Bundesliga-Tor im MSV-Trikot verlieh nach 73 Minuten zwischenzeitlich neuen Mut, auch wenn dafür vornehmlich VfL-Keeper Simon Jentzsch verantwortlich zeichnete. Den Ball hätte ich halten müssen, gestand er unumwunden ein.

Danach hätten die Gäste, die in der Abwehr kaum etwas zuließen, den Vorsprung noch ausbauen können, ja sogar müssen. Bei Erfolg versprechenden Kontern ließen sie in Überzahl jedoch die Übersicht vermissen oder agierten zu eigensinnig. Kohler haderte dabei vor allem mit Klemen Lavric, der selbst den Abschluss suchte, statt den besser postierten Nebenmann zu suchen. Da geht der Egoismus einfach zu weit. Wenn wir das abstellen können, haben wir noch unsere Chance, erklärte der Weltmeister von 1990. Er tat dies allerdings wenig überzeugend, denn in dieser Verfassung wird für den MSV die Klasse kaum zu halten sein.

Dies droht auch dem Kontrahenten, selbst wenn der kaum mehr erwartete Punktgewinn am Ende fast wie der fest eingeplante Sieg betrachtet wurde. Wenn man die anderen Resultate anschaut, haben wir heute einen Punkt gewonnen, befand VfL-Geschäftsführer Klaus Fuchs. Er hatte wie wohl fast alle der 18 129 Zuschauer in der VW Arena die schwächste Heimleistung der Rückrunde gesehen. Ich könnte sagen: Der Ball war schlecht, der Platz war schlecht oder der Schiedsrichter war schlecht. Aber die Mannschaft war schlecht, sagte Trainer Klaus Augenthaler.

So bleibt dem als UEFA-Cup-Anwärter ambitioniert in die Saison gestarteten VfL in der Schlussphase nur noch die Parole Durchhalten, um das Desaster zu verhindern. Wir müssen nächste Woche in Köln gewinnen, forderte Abwehrchef Stefan Schnoor, der als einziger wenigstens Normalform zeigte.

Fehlen wird den Wölfen beim nächsten Abstiegs-Gipfel und mit Sicherheit auch bei den folgenden Spielen ihr bester Torjäger. Diego Klimowicz sah nach einer Tätlichkeit gegen Duisburgs Thomas Baelum in der 61. Minute die Rote Karte und erwartet als Wiederholungstäter nun eine harte Strafe. Er hat uns einen Bärendienst erwiesen, schimpfte Augenthaler, dessen Sorgenfalten immer größer werden.


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