Gelsenkirchen - Der Einzug ins UEFA-Pokal-Halbfinale sollte für den FC Schalke 04 Formsache sein, doch Trainer Mirko Slomka will sich gegen Levski Sofia trotz der komfortablen Ausgangsposition auf keine Experimente einlassen.
Rotation ist nicht angesagt. Wir werden mit der bestmöglichen Elf antreten, kündigte Slomka vor dem Viertelfinal-Rückspiel gegen den 23-maligen bulgarischen Meister Levski in der Veltins-Arena an. Trotz des 3:1-Hinspielerfolges vor einer Woche warnt der Coach vor Hochmut und Schlendrian: Wir zollen jedem Gegner Respekt. Levski wird noch mal alles probieren.
Für Teammanager Andreas Müller wäre es schlichtweg eine große Katastrophe, die Chancen auf den zweiten UEFA-Cup-Triumph nach 1997 noch zu verspielen. Doch auch er mahnte: Im Europapokal passieren manchmal die verrücktesten Dinge. Wir müssen konzentriert sein. Bisher ist die Europacup-Heimbilanz in dieser Saison mit vier Siegen und einem Remis (2:2 gegen AC Mailand in der Champions League) fast makellos. Das soll laut Frank Rost auch so bleiben. Wir wollen ihnen kein Futter geben, dass sie irgendwas riechen können. Wir haben in Sofia gesehen, wie stark sie sind, erinnerte der Keeper an das Hinspiel, als sich Schalke bis zum Platzverweis für Cedric Bardon (35.) sehr schwer getan hatte.
Gerald Asamoah verschwendet an ein Ausscheiden keinen Gedanken. Wenn wir uns das noch nehmen lassen, sind wir die Deppen der Nation, sagte der Nationalstürmer, der bereits die nächsten Ziele anvisiert. Das Finale in Eindhoven ist schon in Sicht. Da wollen wir hin. An das Endspiel am 10. Mai mag Slomka zwar noch nicht denken. Doch auch er hat sich längst öffentlich zum großen Ziel bekannt. Wir haben die Chance, Großartiges zu leisten. Jetzt sind wir so weit gekommen, da wollen wir natürlich den Pott holen, sagte Slomka, der weiterhin zweigleisig plant: Priorität hat die Qualifikation für die Champions League durch das Erreichen des drittes Bundesliga-Platzes. Darüber hinaus einen internationalen Titel holen zu können, ist für Slomka fast ein Luxus.
Obwohl die Partie als Pflichtübung anmutet, muss der Schalke-Coach die Konzentration seiner Profis hochhalten. Die kleine Negativ-Serie in der Bundesliga mit zuletzt nur einem Punkt aus drei Spielen sollte Motivation genug sein, vor den eigenen Fans etwas gut zu machen und sich Selbstvertrauen zu holen für den Liga-Schlussspurt. Slomka muss zwei Stammkräfte ersetzen. Fabian Ernst ist gesperrt. Zudem fehlt der Uruguayer Gustavo Varela, der wegen des Todes seiner Mutter in seine Heimat gereist ist und erst nächste Woche zurückerwartet wird. Noch unsicher ist der Einsatz von Mladen Krstajic (Oberschenkelprobleme).
Die Bulgaren haben ein Weiterkommen praktisch abgehakt. Trainer Stanimir Stoilow sieht auf Schalke nur minimale Chancen und wähnt sein Team nach dem 1:0 im Stadtderby gegen ZSKA Sofia schon fast am Ziel aller Träume. Mit dem Erfolg über den Erzrivalen übernahm Levski die alleinige Tabellenführung vor ZSKA und hat den 24. Meistertitel vor Augen. Damit haben wir unser Saisonziel erreicht und den Plan erfüllt, sagte Stoilow. Er will einigen jungen Spielern Gelegenheit geben, internationale Erfahrung zu sammeln und hofft nur insgeheim auf einen Coup: Wir haben nichts zu verlieren.
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