Nürnberg - Der Präsident ist voll des Lobes, die Spieler bewundern ihn und die Fans würden ihm am liebsten ein Denkmal setzen. Hans Meyer hat mit dem beachtlichen Aufschwung des 1. FC Nürnberg in der Fußball-Bundesliga die fränkischen Fußball-Herzen erobert.
Aber eine Fortsetzung der Erfolgsallianz ist noch nicht sicher. Erst nach Ostern will der 63-jährige Trainerfuchs seine Zukunftspläne bekannt geben. Ich kann mir vorstellen, dass er unter bestimmten Umständen weiter macht, sagte Manager Martin Bader. Hans Meyer ist für uns der perfekte Trainer.
Bedingung für Meyers Verbleib ist der Klassenverbleib. Einen Neuaufbau werde er nicht mitmachen, hatte er bereits bei seiner Verpflichtung im vergangenen November betont. Aber noch sind seine Pläne ebenso ein Rätsel wie manche seiner ironischen Kommentare oder feinsinnigen Witze, die seinen Zuhörern so manches Kopfzerbrechen bereiten. Der Club hat sich in der fünf Monate langen Zusammenarbeit an den Thüringer gewöhnt und belästigt ihn nicht mehr mit Vertragsgesprächen. Selbst der zuweilen zu Ungeduld neigende Präsident Michael A. Roth begnügt sich derzeit damit, dass Meyer dem Club zumindest als Chefscout bis Jahresende erhalten bleibt.
Roth hofft natürlich, dass er als Chefcoach weiter macht, denn so einen exzellenten Trainer werden wir so schnell nicht wieder finden. Er ist der Hans im Glück für uns. Als Meyer an den Valznerweiher kam, stand die Mannschaft mit nur sechs Punkten aus zwölf Spielen am Tabellenende. Im Frühling 2006 präsentiert sich ein selbstbewusster und spielfreudiger Club, der mit 34 Punkten Rang elf mit sieben Zählern Abstand auf einen Abstiegsplatz behauptet. Das Wort Klassenverbleib will Meyer aber erst in den Mund nehmen, wenn wir im sicheren Hafen sind.
Unter Meyer wurde der FCN so erfolgreich wie die Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel. Vierter ist der Club in der Rückrundentabelle, nur der FC Bayern, Schalke und der HSV stehen vor ihm. Ich habe kein Patentrezept, antwortet Meyer auf die Frage nach seinem Erfolgsgeheimnis. Ausschlaggebend sei die Trainererfahrung auf höchstem Niveau, sagt Bader. Meyer ist als Vaterfigur modern geblieben, hat einen guten Draht zu den jungen Spielern und der Mannschaft einen Glauben vermittelt, der Berge versetzt. Kapitän Mario Cantaluppi schätzt an dem als Schleifer mit Herz geltenden Trainer die Mischung aus Erfahrung und Coolness. Er ist der perfekte Mann für uns.
Meyer mag solche Lobeshymnen überhaupt nicht, Schulterklopfer und mediale Claqueure, die seine Methoden als genial und einmalig herausheben, sind ihm zuwider. Nach 34 Jahren Trainerarbeit, davon 25 Jahre im Ost-Fußball, wehrt er sich dagegen, einzelne Personen zu überschätzen. Deshalb würden auch der Einfluss eines Trainers und dessen taktische oder psychologische Fähigkeiten in der Regel überschätzt. Wenn wir vier Mal hintereinander verlieren, wenn dich der Vorstand nicht mehr grüßt, wenn alle sich gegenseitig beschuldigen, dann hilft Dir nur noch eins: Ein Sieg.
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