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Sozialisten gegen Zwangsprostitution bei WM | 2006-03-07


Brüssel - Ein EU-weites Vorgehen gegen Zwangsprostitution bei der Fußball-WM haben die Sozialdemokraten im Europa-Parlament gefordert.

Die EU-Kommission müsse ein europäisches Vorgehen gegen Banden koordinieren, die tausende Frauen für käuflichen Sex während der WM nach Deutschland schmuggelten. Die deutschen Behörden sollten Zufluchtszentren für diese Frauen an den Austragungsorten einrichten, verlangte die frauenpolitische Sprecherin der sozialistischen Fraktion, Lissy Gröner (SPD), in Brüssel.

Organisierte Verbrecher bereiten sich jetzt auf die Ausbeutung der Weltmeisterschaft vor, erklärte Gröner. Tausende armer Frauen werden mit falschen Arbeitsversprechen nach Deutschland gelockt, um dort zur Prostitution gezwungen zu werden und ein Leben im Elend zu führen. Weltweit würden jedes Jahr bis zu 800 000 Frauen Opfer von Menschenhändlern, davon 100 000 in der Europäischen Union. Die österreichische Abgeordnete Christa Prets, Autorin eines Parlamentsberichts zum Menschenhandel, forderte die deutschen Behörden auf, eine mehrsprachige Telefonhotline einzurichten.

Wir brauchen ein europaweites Vorgehen und die Teilnahme nicht nur von Polizei und Politikern, sondern der Fans selber, sagte Gröner. Die Sozialdemokratin rief die Fußball-Zuschauer auf, jeden Verdacht auf Menschenhandel zu melden. Aus Anlass des internationalen Frauentags am 8. März wollen Europa-Abgeordnete mit einer Petition auf das Thema aufmerksam machen. Der schwedische Justizminister Thomas Bodström hatte angesichts der Fußball-WM jüngst vorgeschlagen, zur Bekämpfung des Menschenhandels wie in Schweden alle Kunden von Prostituierten zu bestrafen.


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