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Pantelic-Empfehlung macht Götz froh: Genießen | 2006-03-20


Berlin - Für Hertha-Coach Falko Götz war es Entspannung pur, für seinen Star Marcelinho sogar schon das Ende der Krise: Nach dem zweiten Befreiungsschlag nacheinander schaut Hertha BSC in der Fußball-Bundesliga vorsichtig wieder nach oben.

Wir haben jetzt zwei Mal gewonnen, das genießen wir, kommentierte Götz das mühevolle 1:0 gegen Arminia Bielfeld, mit dem der Hauptstadtclub über vier Monate Erfolglosigkeit im heimischen Olympiastadion beenden konnte. Eigentlich hatten sich die Berliner zuvor nach 13 Pflichtspielen ohne Sieg von ihrem Saisonziel Platz 5 bereits verabschiedet, doch vor allem durch das Schwächeln der Konkurrenz erhielt Hertha die Hoffnung auf eine erneute UEFA-Cup-Teilnahme in der kommenden Saison.

Zwar will Manager Dieter Hoeneß, der auf dem Gipfel der Krise an Trainer Götz festgehalten und persönlichen Anfeindungen getrotzt hatte, nach den Dreiern in Bremen und gegen die Arminia nur von Woche zu Woche denken: Das Team sei noch nicht ganz befreit. Doch insgeheim hat er den Masterplan bereits aufgestellt: Jetzt in Mainz punkten, dann haben wir mit dem VfB Stuttgart den unmittelbaren Konkurrenten zu Hause. Eins allerdings wurde gegen die auswärts erneut harmlosen Bielefelder deutlich: die Verunsicherung ist noch lange nicht gewichen, von Lockerheit gar ist Hertha so weit entfernt wie vom heimlichen Traum Champions League. Mit mehr Selbstvertrauen wird auch wieder mehr Präzision herein kommen, bemerkte Götz.

Dass Hertha trotz der langen Krise nun gleich wieder auf Augenhöhe mit dem Tabellen-Fünften Stuttgart steht, hatte der Club neben der westfälischen Zurückhaltung des Kontrahenten am 26. Spieltag vor allem dem eigenen Torjäger Pantelic zu verdanken. Er hat das gemacht, was wir von ihm erwarten, kommentierte Hoeneß das siebente Saisontor des Serben, der bei Hertha weiter die Meinungen spaltet. Die einen zweifeln, dass der Stürmer dauerhaft höheren Ansprüchen genügt. Andere sind da pragmatischer. Pantelic war für mich der beste Mann auf dem Platz, weil er das entscheidende Tor gemacht hat, erklärte der exzentrische Marcelinho, der selbst noch immer ein Schatten des Topscorers Marcello aus der Vorsaison ist.

Pantelic weiß, dass jeder Treffer eine Empfehlung mehr ist, um auch in der kommenden Spielzeit für Hertha stürmen zu dürfen. Für einen Torjäger sind Tore immer Argumente. Aber wir haben ja noch Zeit, uns zu entscheiden, erklärte Trainer Götz. Bis zum 15. April kann der Hauptstadtclub eine Option ziehen, die mit der Zahlung von 1,5 Millionen Euro an Roter Stern Belgrad verbunden ist, um den Angreifer zu halten. Ich möchte in Berlin bleiben, hat Pantelic mehrfach betont und auch aus Fehlern gelernt.

Nachdem der 27-jährige seine beiden Heimtreffer beim 2:4 gegen Köln zum Ärger von Trainer und Manager noch überschwänglich mit dem Hinweis auf den Namen auf seinem Trikot gefeiert hatte, wies er beim Torjubel gegen Bielefeld auf die Vorderseite des Spielerhemds hin, wo das Vereinsabzeichen leuchtet. Hoeneß hat einen deutlichen Aufwärtstrend bei Pantelic ausgemacht - eine Garantie für die Vertragsverlängerung aber ist das längst nicht. Kommentieren wollte der Matchwinner dies alles nach dem Heimsieg nicht. Ich muss zur Doping-Kontrolle, sagte Pantelic nur kurz und verschwand mit dem Bewusstsein: Auch weiterhin zählen ohnehin nur seine Tore.


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