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Werder Bremen sucht weiter die Erfolgsspur | 2007-07-26


Bremen - Die Angst um Torsten Frings ist gewichen, doch die Sorge um die sportliche Zukunft hält bei Werder Bremen an. Auch gut zwei Wochen vor dem Start in die neue Fußball-Bundesligasaison suchen die Hanseaten noch immer nach der Erfolgsspur.

Wir sind momentan nicht in der Lage, einen Zweitligisten zu dominieren. Das, was wir jetzt abliefern, ist weit von den Ansprüchen entfernt, die auch wir Spieler haben, beschrieb Nationalspieler Per Mertesacker die Lage. Die gab nach drei Testspiel-Pleiten in Serie und dem glatten Aus im Ligapokal gegen Bayern München (1:4) Anlass zu kritischer Analyse.

Das befand auch Klaus Allofs, der nicht eben ein Verfechter verbaler Rundumschläge mit medialer Groß-Präsenz ist. Der Werder-Geschäftsführer nahm sich seine Profis in der Kabine zur Brust und fand dabei deutliche Worte. In Paderborn hat sich niemand gegen die Niederlage aufgelehnt, da war kein ausgeprägter Wille zum Sieg zu erkennen. Das kann trotz der Müdigkeit, die die Vorbereitung mit sich bringt, nicht sein, kritisierte der 50-Jährige, nachdem er das 1:2 beim ostwestfälischen Zweitligisten einigermaßen überschlafen hatte.

Die Ursachen für das momentane Dilemma liegen jedoch tiefer. Wenn alle da gewesen wären, wären wir schon weiter, nannte Trainer Thomas Schaaf einen ganz wesentlichen Aspekt. Naldo und Diego, zwei absolute Leistungsträger der vergangenen Saison, trugen im Sommer ihren Teil zu Brasiliens Erfolg bei der Copa America bei und werden erst am 29. Juli bei ihrem Arbeitgeber zurückerwartet. Die beiden Millionen-Einkäufe Carlos Alberto und Boubacar Sanogo stießen erst sehr spät zur Mannschaft und brauchen noch Zeit zur Eingewöhnung.

Zudem wird der viermalige deutsche Meister momentan von einer Verletzungsmisere heimgesucht wie lange nicht mehr. Außer Kapitän Frings, der nach seiner Knieverletzung wohl sechs Wochen ausfällt, aber immerhin nicht den befürchteten Kreuzbandriss erlitt, fehlten Schaaf verletzungsbedingt bis zu acht weitere Stammkräfte. Auch noch Pierre Womé hat sich vorerst abgemeldet. Der Verteidiger hat sich eine Leistenverletzung zugezogen und fällt vermutlich längere Zeit aus. Es sieht danach aus, dass er operiert werden muss, sagte Schaaf nach dem Training.

Die zuletzt angeschlagenen Werder-Profis Tim Wiese (Nierenstein), Leon Andreasen (muskuläre Probleme in der rechten Wade) und Carlos Alberto (Schmerzen im rechten Zeh) trainierten zwar wieder mit, waren aber bis auf Wiese nocht nicht wieder ohne Beschwerden. Die Seuche hatte auch die Absage des geplanten Tests beim FSV Mainz 05 zur Folge. Wo Werder Bremen draufsteht, sollte auch Werder drin sein, bemerkte Allofs.

Das war in jüngster Vergangenheit fast immer so und hat das Markenzeichen Werder Bremen auf der europäischen Fußball-Bühne wieder zu einem geschätzten Gütesiegel werden lassen. Schon am 2. August in der Saison-Generalprobe beim FC Everton in England soll wieder mehr davon zu sehen sein.

Wir müssen uns zusammenraufen, fordert Mertesacker. Wir dürfen nicht nur über unsere Ziele reden, wir müssen sie auch umsetzen, formulierte Tim Borowski. Allofs ist es recht: Es wäre schon wichtig, wenn sich das Team vor dem ersten Pflichtspiel noch ein Erfolgserlebnis holen könnte. Ernst wird es für Werder am ersten August-Wochenende mit dem DFB-Pokalspiel bei Nordrivale Eintracht Braunschweig.


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