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Eriksson ohne Abfindung bei neuem Job | 2006-01-25


London  - Die vorzeitige Vertragsauflösung beschert Englands Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson möglicherweise doch keine millionenschwere Abfindung.

Der 57-jährige Schwede vereinbarte mit dem englischen Fußballverband FA, dass er keine Extrazahlung erhält, falls er nach der Weltmeisterschaft sofort einen gleichwertigen Job findet. Bei der Suche nach einem Nachfolger hat die Boulevardzeitung The Sun Ottmar Hitzfeld als den am besten geeigneten Kandidaten bezeichnet.

Die FA hatte zuvor bekannt gegeben, dass der bis 2008 dotierte Vertrag mit Eriksson nach der WM vorzeitig aufgelöst wird. Ich möchte herausstellen, dass die Trennung die FA hoffentlich keinen Penny kosten wird, erklärte der Coach. Sein Manager Athole Still verriet, dass nur dann eine Abfindung fällig wird, wenn Eriksson nach seiner England-Tätigkeit weniger verdient als bisher. Sein Jahresgehalt wird auf umgerechnet 6,7 Millionen Euro geschätzt.

Auf der Suche nach einem Nachfolger macht sich die auflagenstärkste britische Zeitung The Sun für Ottmar Hitzfeld stark. The Sun setzte den früheren Bayern-Coach in ihrer Rangliste auf Platz 1 - vor dem Niederländer Guus Hiddink und dem Italiener Fabio Capello. Die Boulevardzeitung erstellte ein Punktesystem, das die bisherigen Erfolge auf Vereins- und Nationalmannschaftsebene bewertet. Hitzfeld erhielt 64 Zähler und sei daher am besten geeignet, den Job zu übernehmen.

Hiddink hat unterdessen sein Interesse an dem England-Posten bekundet. Bislang gab es noch keinen Kontakt, aber er wäre definitiv daran interessiert, von der FA zu hören, sagte sein Manager Cees van Nieuwenhuizen in einem Radiointerview der BBC. Das gesamte Fußball- Umfeld in England kann als das beste in der Welt bezeichnet werden. Hiddink ist zurzeit in Doppelfunktion als Vereinstrainer des PSV Eindhoven und als Nationalcoach Australiens tätig. Er führte 2002 Südkorea und 1998 die Niederlande jeweils ins Halbfinale der WM.

Eriksson hingegen wird in der englischen Presse bereits als kommender Trainer von Real Madrid gehandelt. Dessen Präsident Florentino Perez hatte bereits 2004 versucht, den Schweden nach Spanien zu holen. Eriksson war in England in die Kritik geraten, weil er vor zwei Wochen einem als Scheich verkleideten Undercover-Journalisten Indiskretionen ausgeplaudert hat.


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