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Augenthaler schlägt Alarm: VfL nur 0:1 beim Club | 2006-02-19


Nürnberg - Der Trainer schlägt Alarm, der Manager ist besorgt, die Spieler haben Angst: Nach sieben Auswärtsniederlagen in Serie ist beim VfL Wolfsburg die Krise ausgebrochen.

Wir stecken jetzt mitten im Abstiegskampf, stellte Trainer Klaus Augenthaler nach der 0:1 (0:1)-Pleite beim 1. FC Nürnberg verärgert fest und nahm seine Spieler nach dem streckenweise schlampigen Auftritt mit drohenden Worten in die Pflicht: Für mich ist es interessant zu sehen, auf wen ich jetzt zählen kann und wer Manns genug ist, die Ärmel hochzukrempeln. Stürmer Mike Hanke nahm sich die Warnung des Trainers sofort zu Herzen und rief das Niedersachsenderby gegen Hannover 96 schon zum Schicksalsspiel aus: Die nächste Partie ist ausschlaggebend für die Zukunft des VfL.

Mit der Niederlagenserie stellten die Wolfsburger nicht nur einen Vereins-Negativrekord auf, sondern brachten sich erstmals in ernsthafte Abstiegsgefahr. Die Millionen-Investitionen, der Trainerwechsel von Holger Fach zu Augenthaler und die Entlassung von Manager Thomas Strunz haben nicht verhindern können, dass sich der Club von seinen anfänglich hohen Zielen verabschieden und neu orientieren muss. Das ist unzureichend für unsere Ansprüche, kritisierte Manager Klaus Fuchs die Auswärtsschwäche. Wenn wir da unten raus kommen wollen, müssen wir auch auswärts punkten. Fuchs erwartet, dass die Mannschaft ihre zwei Gesichter ablegt und auswärts ähnlich gute Leistungen wie zu Hause zeigt.

Weil der VfL vor 16 954 Zuschauern im Frankenstadion nach Augenthalers Worten schlampig begann und nach Nürnbergs Führungstreffer durch Iwan Saenko (16.) durch schlampige Selbstmörderbälle aus dem Mittelfeld den Stürmern jegliche Chance auf einen Torerfolg nahm, war die Niederlage absehbar. Der Weltmeister von 1990 merkte kritisch an, bei einigen, die einen Stammplatz beanspruchen, habe er das eine oder andere gesehen.

Augenthalers Aufgabe, aus vielen Solisten eine schlagkräftige Mannschaft zu formen, ist nicht leicht, aber gegen Hannover kann er immerhin auf den in Nürnberg gesperrten Torjäger Diego Klimowicz zurückgreifen - und auf eine professionellere Einstellung seiner laschen Söldner-Truppe hoffen. Jetzt geht es nur noch um unsere Existenz und den Verein, alles andere zählt nicht, sagte Torwart Simon Jentzsch.

Beim Club herrschte hingegen Erleichterung über den verdienten Sieg, zumal nach Marek Mintal in Stefan Kießling, der nach einer Mandel-Operation zwei Wochen ausfällt, auch der zweite Torjäger fehlte. Für ihn sprang Saenko in die Bresche. Beim Derby in München habe ich den Ausgleich vergeben, das wollte ich heute wieder gut machen, sagte der Russe, der wegen der fünften Gelben Karte auf Schalke gesperrt ist.

Trainer Hans Meyer hatte das Herzdrücken, das ihn vor dem Spiel befallen hatte, vergessen und strahlte nach der couragierten Leistung mit dem ordentlichen Heimdebüt des Brasilianers Glauber in der Abwehrkette genauso wie Präsident Michael A. Roth. Der würde den bis Saisonende befristeten Vertrag mit Meyer gern vorzeitig verlängern, aber der Trainer will damit so lange warten, bis der Klassenerhalt sicher ist. Sicher ist aber, dass der kauzige Coach über diese Spielzeit hinaus am Valznerweiher bleiben wird. Zusätzlich zum Trainervertrag habe Meyer im November auch einen Einjahres-Kontrakt als Scout erhalten, verriet Roth. Aber am liebsten würden wir ihn als Trainer behalten.


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