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HSV effektiv und kompakt: 2:1 bei Frankfurt | 2006-02-20


Frankfurt/Main - Der Hamburger SV hat in Bayern-Manier endlich den Auswärtsfluch besiegt. Beim ersten Sieg in der Fremde in diesem Jahr zeichneten sich die Hanseaten durch die Effektivität aus, die sie in der Hinrunde zum Bayern-Jäger gemacht hatte.

Zum Ansehen war das nicht schön, aber wir sind auch nicht dafür verantwortlich, nur schönen Fußball zu zeigen, sagte Mittelfeldspieler Raphael Wicky nach dem 2:1 (1:1) des HSV bei Aufsteiger Eintracht Frankfurt. Die erneute Jagd auf den Meister und Bundesliga-Spitzenreiter aus München aufzunehmen, daran denkt beim HSV angesichts von acht Punkten Rückstand dennoch niemand.

Die Mannschaft hat gezeigt, worauf es ankommt. Wille, Einsatz, Disziplin - nur so kann es gehen. Dieser Sieg wird uns Auftrieb geben, meinte Trainer Thomas Doll, der ebenso wie seine Schützlinge die wieder ins Team eingekehrte Kompaktheit lobte. Erfreut stellte er fest, dass seine Truppe trotz geringerer Spielanteile (42 Prozent) mit dem ersten Dreier in diesem Jahr die Heimreise antreten konnte. Endlich fahren wir mal wieder zufrieden nach Hamburg zurück, sagte Doll und wertete den Auftritt seines Teams als Reaktion auf das 0:1 im UEFA-Cup-Hinspiel. Das war das Wichtigste, so der Coach, nachdem sein Team beim FC Thun noch den nötigen Biss hatte vermissen lassen.

Mit einer ausgiebigen Besprechung habe sich die Mannschaft eingestimmt, berichtete Junioren-Nationalspieler Piotr Trochowski, der in Frankfurt das wichtige 1:0 (20.) erzielt hatte. Dem Reden folgten die Taten, wenngleich ziemlich unspektakulär. Es wurde aber auch Zeit, dass wir auswärts gewinnen, meinte Sergej Barbarez. Wir dürfen uns aber nicht selbst schlecht machen, forderte der HSV-Torjäger, der das 1:0 vorbereitete und am Ende den Siegtreffer von Kapitän Daniel van Buyten (52.) bejubelte. Für den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Alexander Meier (42.) gesorgt.

Vielleicht hatte es sich in unseren Kopf eingeschlichen, dass wir schönen Fußball spielen müssen, weil wir Zweiter sind, sinnierte Kollege Wicky. Auf diesem Rang lösten die Hanseaten ihren Nordrivalen Werder Bremen nach nur 26 Stunden wieder ab. Auf einen Nicht-UEFA- Pokalplatz haben die Hamburger bereits 17 Punkte Vorsprung, auf die drittplatzierten Werderaner allerdings nur einen Zähler.

Dolls ehemaliger Verein, Eintracht Frankfurt, haderte einerseits mit der dritten Niederlage im fünften Rückrunden-Spiel. Das ist bitter, sagte Torwart Oka Nikolov. Andererseits stimmte die Leistung seiner Elf Trainer Friedhelm Funkel höchst zuversichtlich, nicht noch in den Abstiegskampf verwickelt zu werden. Davon sei er felsenfest überzeugt. Im Moment ist es einfach nur schade, dass die Mannschaft für ihren Aufwand nicht belohnt wird, sagte der Coach, der mit der Eintracht bei Bayern München antreten muss. Mir ist aber überhaupt nicht bange vor den nächsten Spielen, sagte Funkel.


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