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Brasiliens Coach: Alle werden gegen uns sein | 2006-02-15


Rio de Janeiro - Titelverteidiger Brasilien setzt bei der Fußball-WM in Deutschland mehr auf Kampf als auf Samba-Fußball. Nationalcoach Carlos Alberto Parreira warnte in Rio de Janeiro davor, die Gegner bei den Turnier zu unterschätzen.

Die WM wird ein Krieg sein. Ich mag solche Ausdrücke im Sport eigentlich nicht, aber es wird ein wahrer Krieg. Alle werden gegen uns sein, und wir werden Kriegsgeist benötigen, sagte er am Rande der Bekanntgabe des Kaders für das WM-Vorbereitungsspiel am 1. März gegen Russland in Moskau.

Seine Mannschaft mache zwar eine sehr gute Phase durch. Während der Weltmeisterschaft werde das aber überhaupt nicht von Nutzen sein. Unsere jüngsten Leistungen und die guten Ergebnisse zeigen lediglich, dass wir auf gutem Wege sind, mehr nicht, so der Mann, der am 27. Februar seinen 63. Geburtstag feiert. Er führte Brasilien bereits 1994 nach 24-jähriger Durststrecke zum WM-Titel.

Parreira beklagte außerdem die geringe Zahl der Vorbereitungsspiele. Nach dem Russland-Spiel hat Brasilien keine Testbegegnungen mehr auf dem Programm. Ich hätte gern ein Vorbereitungsspiel im Februar gehabt. Eins im März und dann noch eins im April, aber das ging wegen des internationalen Spielkalenders leider nicht, meinte er. Immerhin habe er während der letzten drei Jahre 83 Spieler testen können.

Brasilien geht mit drei Legionären der deutschen Bundesliga sowie mit zwei Neulingen in das Vorbereitungsspiel am 1. März gegen Russland in Moskau. Parreira berief in Rio Zé Roberto und Lucio (beide FC Bayern München) sowie Juan (Bayer Leverkusen). Neu im Kader sind Stürmer Fred (Lyon) und Außenverteidiger Maicon (Monaco).

Außerdem wurden alle Superstars um Ronaldinho (FC Barcelona), Ronaldo, Roberto Carlos, Robinho (alle Real Madrid) und Kaka (AC Mailand) nominiert. Verzichten muss die SeleÇao lediglich auf Stamm-Außenverteidiger Cafu, der sich einer Operation unterziehen und etwa vier bis sechs Wochen ausfallen wird.

Brasilianische Medien hoben hervor, dass der Test gegen Russland für die Aufstellung des WM-Kaders von entscheidender Bedeutung sein werde. Parreira werde sich danach für die 23 Namen entscheiden und nur im Fall einer Verletzung eine Änderung erwägen, hieß es in den meisten Medien übereinstimmend.

Parreira will seinen Kader am 15. Mai bekannt geben. In Rio gab er noch einmal dem zuletzt heftig kritisierten Kapitän Cafu Rückendeckung. Ich wette, dass Cafu bei unserem WM-Debüt in der Stammelf sein wird, sagte er. Der 35-jährige habe eine Kondition, die er bei kaum einem anderen Spieler gesehen habe.

Nach dem Freundschaftsspiel gegen Russland trifft sich die Elf des fünffachen Weltmeisters zum Trainingslager vor der WM in Deutschland. Die großen Favoriten auf den WM-Titel wollen den ersten Teil der Vorbereitung vom 22. Mai bis 4. Juni in Weggis in der Schweiz absolvieren. Brasilien debütiert in der WM am 13. Juni in Berlin gegen Kroatien.


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