Berlin - Nach der Kritik der Stiftung Warentest am Berliner Olympiastadion soll nun bis zur Fußball-WM zusätzliche Sicherheit geschaffen werden.
Der knapp drei Meter tiefe Reportergraben, der die Zuschauerränge vom Spielfeld trennt, werde an 20 Stellen durch ausfahrbare Gangways überbrückt, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit. Damit solle für den Panik- und Evakuierungsfall bei den sechs WM-Spielen in dem Stadion vorgesorgt werden. Die Stiftung hatte den Graben für Besucher als unüberwindbares Hindernis im Fall einer Massenpanik eingestuft.
Die Senatsverwaltung betonte zugleich, das sanierte und modernisierte Olympiastadion sei sicher und entspreche den Erfordernissen des Baurechts. Es solle aber dabei bleiben, dass die Rettungswege auch beim Unterring aus dem Stadion heraus führen sollen. Im Olympiastadion findet neben vier Vorrundenspielen und einem Viertelfinale am 9. Juli auch das WM-Endspiel statt.
Eine Notfallübung zur Evakuierung des Olympiastadions hatte laut Senatsverwaltung zu dem Ergebnis geführt, dass weitere Möglichkeiten zur Evakuierung geschaffen werden sollten. Die jetzt festgelegte ortsfeste bauliche Lösung sei zusammen mit den Sicherheitsbehörden festgelegt worden. Die Konstruktionen sollen mit dem Stadionbauwerk fest verankert werden. Die Gangways sollen nur im Notfall ausgefahren werden. Nun werde der Auftrag ausgeschrieben. Erst nach Ende der Ausschreibung könne die Höhe der Kosten beziffert werden.
Zuletzt hatte der Präsident des Weltfußballverbandes FIFA, Joseph Blatter, vorgeschlagen, den umstrittenen Graben komplett abzudecken oder zuzuschütten. Brücken oder Stege darüber reichen nicht, sollte eine Panik entstehen, hatte Blatter in einem Zeitungsinterview gesagt. Die Berliner Feuerwehr hatte hingegen den Vorschlag von Landesbranddirektor Albrecht Broemme favorisiert, den Graben mit aufblasbaren Polstern auszustatten.
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