Frankfurt/Main - Bei Eintracht Frankfurt herrscht Handlungsbedarf. Auch der erste Trainingsauftritt von Hoffnungsträger Mehdi Mahdavikia konnte nicht über die gravierenden Personalsorgen bei den Hessen zwei Wochen vor dem Saisonauftakt gegen Hertha BSC ablenken.
Wir sind in einer prekären Situation, räumte Vorstandschef Heribert Bruchhagen ein, nachdem sogar das Trainingslager des Fußball-Bundesligisten in Herzlake wegen der personellen Situation einen Tag vor dem geplante Ende abgebrochen werden musste.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass in den nächsten Tagen etwas passiert, meinte der auf einen moderaten Finanzkurs bedachte Bruchhagen. Denn die Not ist groß. Vor allem die Defensivreihe hat sich durch Verletzungen massiv gelichtet. Abwehr-Hüne Sotirios Kirgiakos lässt sich eine Bauchmuskelzerrung in der griechischen Heimat von seinem Vertrauensarzt behandeln und wird erst am 29. Juli zur großen Saisoneröffnung in der Commerzbank-Arena zurückerwartet.
Aleksander Vasoski fehlt wegen eines Nasenbeinbruchs, der frühere U-21-Nationalspieler Patrick Ochs wegen eines Muskelfaserrisses und der Brasilianer Chris wegen eines Innenbandrisses im Knie. Während Chris wohl für zwei Monate ausfällt, hat Ochs zumindest wieder mit dem Lauftraining begonnen.
Allerdings sehen sich die Hessen auch in der Offensive noch nicht optimal besetzt. Beleg dafür war auch das peinliche 0:2 zuletzt im Test gegen den SV Meppen. Wir hätten noch zwei Stunden spielen können und kein Tor gemacht. Mit einem weiteren guten Innenverteidiger und zwei guten Stürmern hätten wir sieben Tore geschossen und keines gekriegt, meinte Trainer Friedhelm Funkel, dem beim Training sieben Akteure fehlten.
Dafür war Mahdavikia nach seiner Rückkehr vom Kontinental-Cup dabei. Der vom Hamburger SV an den Main gewechselte Torjäger war mit Iran im Viertelfinale gegen Südkorea nach Elfmeterschießen ausgeschieden. Die Asien-Meisterschaft ist jetzt vergessen, ich freue mich nun auf Frankfurt, betonte Mahdavikia. Und vielleicht darf er sich auch auf weitere Neuzugänge freuen, zumal im Angriff Marcel Heller vorerst wegen eines Haarrisses im Lendenwirbelbereich ausfällt. Wir schauen uns um. Jetzt müssen wir sehen, wie schnell so etwas über die Bühne gehen kann, sagte Trainer Funkel.
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