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Trillerpfeifen und rasengrüne Hot Pants | 2006-02-07


Düsseldorf - Knallrote Kniestrümpfe zu schwarzen Pumps, silberne Trillerpfeifen als raffinierter Halsschmuck oder eine Handtasche im Fußball-Design: Das Fieber um die Fußball-Weltmeisterschaft hat auch die Modemacher erfasst.

Bei der weltgrößten Modemesse CPD in Düsseldorf stieg der Catwalk with Ball. Die Teilnehmer des Nachwuchswettbewerbs sollten Fußball und Mode kreativ miteinander verbinden. 20 junge Designer präsentierten ihre Entwürfe rund um den Ballsport.

Ob rasengrüne Hot Pants mit weißem Spielfeldaufdruck, ein mit unzähligen Gelben Karten besetztes Kurzkleid oder schwarze Schiedsrichter-Strümpfe als Overknees - die fußballbegeisterte Dame kleidet sich zum sportlichen Großereignis in Deutschland sexy und zeigt Figur. Aber auch die Fußball-Herrenmode präsentiert sich extravagant: Bermudas aus weißem Leder mit schwarzen Sechsecken, sportliche Kurzjacken mit aufgedrucktem Torjäger-Schriftzug oder ein schwarzes Schiedsrichter-Trikot, das mit edlem Gold abgesetzt ist und so für den richtigen Pfiff sorgt.

In der Kategorie Elements of the Game zeigten die Modedesigner fantasievollen Umgang mit den Stoffen, die den Fußballsport ausmachen - Leder, Rasen, Gelbe und Rote Karten oder Netze. Der 29 Jahre alte Sven Barthel, einziger männlicher Teilnehmer im Finale, landete mit seinem eleganten Entwurf eines schwarzen langen Reifrocks mit goldenem Bundesadler und schwarz-goldener Korsage einen Volltreffer und wurde von der DFB-Kulturstiftung geehrt.

Catwalk with Ball ist ein offizieller Beitrag zum Kulturprogramm der Bundesregierung für die Fußball-Weltmeisterschaft. Mehr als 280 Nachwuchsdesigner hatten sich mit rund 550 Entwürfen beworben. Für jede der drei Kategorien schafften es zehn Modeschaffende ins Finale. Den Anstoß für die Endrunde hatte es bereits am 30. Januar gegeben. Bei der Modefachmesse 5TH FLOOR in Berlin war Ballroom Fashion auf den Laufsteg gekommen. Die Finalisten der Kategorien Elements of the Game und New Fanwear präsentierten sich nun in Düsseldorf.

Bequeme Kapuzen-Shirts, Knickerbocker oder Wickelröcke, bevorzugt aus Baumwolle, tragen die Fußball-Fans - ob weiblich oder männlich - zur WM. Die Zweckmäßigkeit steht im Vordergrund. In der Kategorie New Fanwear galt es, sportliche Outfits für Fans aus der ganzen Welt zu kreieren. Mit ihrer sportlichen Kombination aus einer weiß- hellblauen Trainingsjacke, einer braunen weit geschnittenen Hose und einer Argentinien-Flagge, die lässig um die Hüfte gebunden ist, wurde Carolin Cora Kohler Mode-Meisterin. Die Multifunktionalität dieses Outfits hat uns überzeugt, sagte Jury-Mitglied Daniela Pörner.

Die WM-Euphorie in Sachen Mode beobachtet der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels dennoch mit einer gewissen Vorsicht. Sportlichen Kollektionen wird die WM sicherlich einen Auftrieb verschaffen, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Verbands, Siegfried Jacobs. Dennoch profitiert nicht jeder in der Branche von ihr. Man dürfe die WM aus wirtschaftlicher Sicht nicht überbewerten. In den Austragungsorten seien zwar viele WM-Touristen zu erwarten, ob sie allerdings Zeit zum Shoppen fänden, sei fraglich.


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