Warschau - Deutschlands Vorrunden-Gegner Polen sieht sich bei der WM in der Außenseiterrolle. Michal Listkiewicz, Präsident des Polnischen Fußballverbandes (PZPN), erwartet nicht, dass die Nationalelf im Sommer ebenso erfolgreich abschneidet wie bei der WM 1974 in Deutschland.
Damals schied Polen erst im entscheidenden dritten Gruppenspiel der Zweiten Finalrunde gegen den Gastgeber und späteren Weltmeister aus und belegte den dritten Platz. Im polnischen Fußball gibt es keinen Lato, Szarmach, Deyna oder Tomaszewski mehr, sagte Listkiewicz in einem Interview des Fußball-Journal des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV).
Trotzdem reist der PZPN-Präsident zuversichtlich zur WM. Ziel sei zunächst, in der Deutschland-Gruppe einen der ersten beiden Plätze zu belegen. Dann noch einen Schritt weiter zu machen - das ist unser Ziel, sagte Listkiewicz in dem vor einer Woche geführten Interview. Seinen Optimismus stützt er besonders auf Trainer Pawel Janas, den er nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2002 in Japan/Südkorea mit der Aufgabe betraut hat. Janas ist ein Großer, lobte Listkiewicz den Coach. Das polnische Team bezieht während der WM sein Quartier im Sporthotel Fuchsbachtal des NFV in Barsinghausen bei Hannover.
Mit Spannung blickt der frühere Referee Listkiewicz, der beim deutschen WM-Sieg 1990 gegen Argentinien als Linienrichter fungierte, dem Duell mit der DFB-Auswahl entgegen. Dabei sieht er die Polen nicht chancenlos: Bei zehn Spielen zwischen Deutschland und Polen gewinnt Deutschland acht, eins geht unentschieden aus und eins gewinnen wir. Warum nicht das in Dortmund, fragte der 52-Jährige mit Blick auf das Vorrundentreffen der beiden Mannschaften am 14. Juni.
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