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WM-Stadt Stuttgart: Schaffen im Hintergrund | 2005-07-01


Stuttgart - Stadion, Innenstadt, Infrastruktur: Mit der Marktschreierei vor dem Großereignis Fußball-Weltmeisterschaft tun sich die Schwaben noch schwer, doch im Hintergrund schaffen sie eifrig. Sechs Spiele richtet Stuttgart bei dem Mega-Event 2006 aus.

Das Image der Sportstadt ist jedoch längst verblasst. Nostalgiker erinnern gerne an die furiose Leichtathletik-WM 1993, doch inzwischen konzentriert sich das Interesse in der baden-württembergischen Landeshauptstadt wieder ganz auf den Fußball-Bundesligisten des VfB. Das Debakel beim deutschen Kandidatenrennen um Olympia 2012 hat alle hoch fliegenden Pläne zunichte gemacht.

Umso mehr setzt die 590 000-Einwohner-Stadt auf die Sogwirkung einer Fußball-WM. Nicht nur das Stadion wird modernisiert. So erhält die Königstraße, die Einkaufsmeile, ein neues Gesicht. Für 3,9 Millionen Euro soll ein Abschnitt bis zum Juni 2006 neue Granitplatten bekommen. Schließlich hofft auch der Einzelhandel, dass ein Stück vom großen Kuchen für sie abfällt.

So manche Touristikexperten sahen zuletzt die Zeit davonlaufen. Die Cityinitiative Stuttgart (Cis) hatte kritisiert, dass es weder ein Konzept noch einen Etat für ein Rahmenprogramm gebe. Das ist ein unmöglicher Zustand, sagte City-Manager Hans H. Pfeifer und forderte eine Fünf-Millionen-Euro-Werbekampagne. Es geht um internationale Nächte, eine Großleinwand auf dem Schlossplatz und das Weindorf. Für die Bedeutung der WM ist es zu wenig, wenn man nur das bündelt, was es sowieso gibt, kritisierte Pfeifer.

Stuttgart wird ebenso wie die anderen elf Städte, in denen die Fußball-WM ausgetragen wird, mit Festen und großen Veranstaltungen Gastlichkeit zelebrieren und auf Internationalität setzen, versprach inzwischen Klaus Lindemann, der Direktor der Stuttgart-Marketing GmbH. Zudem kündigte er an, im Jahr 2006 werde Stuttgart 2006 junge Leute zwischen 16 und 21 Jahren aus allen Erdteilen einladen.

Durch die Kessellage kämpft die Stadt seit vielen Jahren mit Verkehrsproblemen. Bis zur WM sollen die Untertunnelung des Pragsattels und der Umbau des Cannstatter Bahnhofs abgeschlossen sein, neue Park- und Verkehrsleitsysteme den Besuchern den Weg zum Stadion erleichtern. Unser Ziel ist, dass 60 Prozent der Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Stadion kommen, sagte Schairer.

1000 bis 2000 Polizisten sollen während der Spiele und bei Randveranstaltungen im Einsatz sein. Noch nicht profitieren können die Besucher während der WM vom VfB Welt Multi Event Center, das zwischen dem Daimler-Stadion und der Molly-Schauffele-Halle entstehen soll. Wahrscheinlich wird nur die Fassade des 42 Millionen Euro teuren Erlebniszentrums bis zur WM fertig sein.

Mitten in den WM-Vorbereitungen steckt auch Volker Stark. Der Reutlinger ist zuständig für das Freiwilligen-Programm der WM. Er rekrutiert und schult die 15 000 Helfer und plant deren Einsätze. Die so genannten Volunteers werden für den Confederations Cup im Sommer 2005 und während der WM für einen reibungslosen Ablauf benötigt. Wir haben insgesamt bereits mehr als 25 500 Bewerbungen und Stuttgart liegt mit 3337 gut im Rennen, sagte der ehemalige Leistungssportdirektor des Landessportverbandes Baden-Württemberg.


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