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Kampagne gegen Zwangsprostitution zur WM | 2006-02-22


Berlin - Rote Karte für die Zwangsprostitution: Mit einer groß angelegten Plakat- und Medienkampagne sollen Männer während der Fußball-Weltmeisterschaft für unfreiwillige sexuelle Dienste von Frauen und Mädchen sensibilisiert werden.

Während der WM steige wie bei jedem anderen Großereignis die Nachfrage im Rotlicht-Milieu, sagte Konrad Freiberg, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin. Damit sei ein großer Anstieg von Menschenhandel und Zwangsprostitution in den WM-Städten zu erwarten.

Hinter der Kampagne Stoppt Zwangsprostitution stehen unter anderem das Kinderhilfswerk UNICEF, die Männer- und Frauenarbeit der Evangelische Kirche, Terre des Femmes und die GdP. Koordiniert wird die Kampagne vom Verein Frauenrecht ist Menschenrecht aus Frankfurt am Main. Die Motive der Kampagne zeigen Astlöcher oder Trompetentrichter mit den Worten rein, raus?. Die sexualisierten Bilder sollen an schnellen Sex erinnern und gezielt Männer an verantwortliches Handeln erinnern, sagte Projektleiterin Elvira Niesner.

Nach Schätzungen der Männerarbeit der Evangelischen Kirche werden in Deutschland rund 175 000 Frauen und Mädchen zum Sex gezwungen. Zur WM würden wahrscheinlich 30 000 weitere Zwangsprostituierte illegal ins Land geschleust, sagte Sprecher Martin Rosowski. Der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg nannte Zwangsprostitution eine Form moderner Sklaverei, bei der Frauen häufig unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt und ausgebeutet würden. Die Zuhälter, die Freier und auch die Vermieter von Wohnungen machen sich gleichermaßen schuldig. Das ist beschämend, ergänzte er.


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