TRAUER-JECKEN: Den Kölner Fans unter den 50 000 Zuschauern im ausverkauften RheinEnergieStadion wurde der Karneval durch das 0:3 gegen den rheinischen Rivalen Leverkusen fürs Erste verdorben.
Die halbe Stunde vor Spielbeginn war das Eintrittsgeld wert, frotzelte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler angesichts der anfangs tollen, dann aber rapide nachlassenden Feier-Stimmung der jecken FC-Anhänger. Auch der Besuch des Kölner Dreigestirns mit Prinz Josef, Bauer Rüdiger und Jungfrau Josi sowie die moralische Unterstützung durch Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma konnte nicht verhindern, dass die FC-Profis im 18. Spiel in Serie sieglos blieben.
FRÜHLINGSERWACHEN: Uli Hoeneß wartet sehnsüchtig auf das Ende des Winters. Sobald der Frost aus dem Boden ist, werden wir den neuen Rasen verlegen, kündigte der Bayern-Manager nach dem 5:2 gegen Frankfurt an. Der holprige Acker in der Allianz Arena lässt kaum ein flüssiges Kombinationsspiel zu. Spätestens in drei Wochen beim Heimspiel gegen Schalke soll der dritte Rasen in dieser Saison verlegt sein. Das Top-Spiel nächste Woche gegen den HSV soll das letzte auf dem aktuellen Power-Rasen sein, wie der Lieferant sein Grün anpreist.
ABERGLAUBE: Auch ein Pragmatiker wie Kaiserslauterns Trainer Wolfgang Wolf ist nicht vor fußballerischem Aberglauben gefeit. Weil die blauen Auswärtstrikots den Lauterern kein Glück brachten, setzte sich Wolf mit dem Ausrüster zusammen und suchte sich für das Gastspiel in Mainz gelbe Jerseys aus - mit Erfolg, wie das 2:0 bewies. Das Trikot wird jetzt schon Kult haben, aber das geht nicht jede Woche so, sagte Wolf schmunzelnd.
LIEBLINGSGEGNER: Für Juan Carlos Menseguez ist Hannover 96 der Lieblingsgegner. Der argentinische Mittelfeldspieler des VfL Wolfsburg erzielte beim 2:1 gegen den Niedersachsen-Rivalen sein zweites Tor in der Bundesliga. Vor fast einem Jahr, am 12. März 2005, hatte er zum ersten Mal getroffen. Damals zum 1:0-Sieg gegen 96. Ich hoffe, dass ich bis zum nächsten Treffer nicht so lange warten muss, sagte der Südamerikaner.
SELBSTKRITIK: An alter Wirkungsstätte stand Delron Buckley seit langer Zeit mal wieder in der Start-Elf von Borussia Dortmund. Doch die von Trainer Bert van Marwijk erhoffte Wirkung blieb beim 0:1 in Bielefeld aus. Dem ehemaligen Arminen, der zu Saisonbeginn zum BVB gewechselt war, blieb ein Erfolgserlebnis abermals verwehrt. Damit bleibt seine Saisonbilanz ernüchternd: keine Tore, keine Torvorbereitung. Ich wollte mein Bestes geben, aber es hat leider nicht besonders geklappt, bekannte Buckley.
VOLLTREFFER: Schalke 04 landete einen Volltreffer abseits des Platzes. Unter dem Motto Auf Tore schießen statt auf Menschen engagierte sich der Revierclub am Samstag rund um das Spiel gegen Nürnberg mit zahlreichen Aktivitäten für die Aktion Volltreffer zu Gunsten eines Hilfsprogramms für Kindersoldaten in aller Welt. Durch Torwandschießen, den Verkauf von Jojos, Bällen, T-Shirts und das Liberia-Kreuz - von ehemaligen Kindersoldaten aus Patronen hergestellte Kreuze - wurde Geld eingenommen. Auch zahlreiche Schalker Profis unterstützten die von kirchlichen Hilfswerken ins Leben gerufene Hilfsaktion.
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