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Deutscher Gegner Polen weit von WM-Form entfernt | 2006-03-02


Kaiserslautern - Auch der deutsche Gruppengegner Polen ist noch weit von einer passablen WM-Form entfernt.

Und die einst belächelten Fußball-Profis aus Amerika machen der DFB-Elf Mut: Ich sehe da kein Problem für Deutschland, sagte USA-Verteidiger Steve Cherundolo, nachdem sein Team die polnische Nationalmannschaft in Kaiserslautern 1:0 (0:0) geschlagen hatte. Trotz des Debakels, das die Mannschaft von Jürgen Klinsmann fast zeitgleich in Florenz erlebt hatte, meinte der beim Bundesligisten Hannover 96 unter Vertrag stehende Cherundolo: Das ist sehr undeutsch, aber das heißt gar nichts. Polen schlagen sie trotzdem.

Skeptisch zeigten sich auch die Polen. Wir haben noch viel Arbeit, meinte Ebi Smolarek mit nachdenklicher Miene. Der bei Borussia Dortmund angestellte Profi, der gegen die USA noch einer der besseren Polen war, klagte: Das hatten wir uns anders vorgestellt, auch wenn die erste Halbzeit ganz ordentlich war. Wir hatten zu viele Ballverluste, und wir haben nicht ruhig weitergespielt.

Zum 1:4 der deutschen Mannschaft, auf die Polen im zweiten WM-Gruppenspiel am 14. Juni in Dortmund trifft, wollte der Offensivspieler des BVB sich im Gegensatz zu US-Profi Cherundolo lieber nicht äußern. Wir schauen auf uns selber, nicht auf Deutschland, sagte Smolarek. In der Tat haben die Polen selber reichlich Probleme.

Im einzigen Test vor der Nominierung des Kaders, bei dem Trainer Pawel Janas noch einmal auf alle seine in halb Europa verstreuten Spieler zurückgreifen konnte, entwickelte der deutsche WM-Gegner keinen Druck und wirkte trotz mehr Ballbesitz in den ersten 45 Minuten harmlos. Den Stürmern Tomasz Frankowski (Wolverhampton) und Gregorsz Rasiak (Southampton) fehlte hingegen das Durchsetzungsvermögen, so dass sich Polen in 90 Minuten nicht eine einzige richtige Torchance herausarbeitete. Für die wenigen spielerischen Höhepunkte sorgten Smolarek und der in der Türkei bei Trabzonspor engagierte Spielmacher Miroslav Szymkowiak.

Anfällig wirkte die Defensive der Polen. Die Innenverteidiger Mariusz Jop (FK Moskau) und Jacek Bak (Al Rayyan/Katar) spielten lange recht solide, hatten aber große Schwierigkeit bei hohen Bällen. Beim Kopfballtor von Clint Dempsey (48.) waren sie indes ohne Schuld, den der US-Mittelfeldspieler nutzte einen schweren Patzer des eingewechselten Torhüters Artur Boruc (Celtic Glasgow). Er hat einen Fehler gemacht und sich dafür in der Kabine entschuldigt, sagte Trainer Janas und kam zu dem Fazit: Das reicht nicht.

Janas hat sich wie sein Kollege Klinsmann noch nicht auf einen Torhüter festgelegt. Es ist zu früh, um nach einem Fehler zu sagen, wer die Nummer eins oder zwei ist, sagte der Coach. Er ist unentschlossen, denn der frühere Stammtorwart Jerzy Dudek ist bei seinem Verein FC Liverpool nur noch Ersatzmann und verkörpert damit die Misere vieler polnischer Nationalspieler. Die meisten haben zu wenig Spielpraxis, klagte Janas.

Fröhlicher war sein Kollege Bruce Arena, der mit seinem Team im fünften Vorbereitungsspiel des neuen Jahres ungeschlagen blieb und am 22. März in Dortmund in einem weiteren Test auf die deutsche Mannschaft trifft. Das war psychologisch wichtig, so ins WM-Jahr zu starten, meinte Arena.


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