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Neid will Verjüngungsprozess trotz 0:1 fortsetzen | 2006-03-02


Homburg/Saar - Trotz der 0:1-Testspielniederlage gegen China will Bundestrainerin Silvia Neid ihren Verjüngungsprozess in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Frauen fortsetzen.

Ich mag es, wenn man manchmal verliert. Dann weiß man wenigstens, wo man steht und was man noch verändern muss, sagte die 41-Jährige nach der ersten Niederlage des Welt- und Europameisters seit dem 15. März 2005. Nach dem 0:1 gegen die USA im Finale des Algarve-Cups hatten die DFB-Frauen zwölf Spiele in Serie gewonnen.

Überbewerten wollte die vermeidbare Niederlage gegen den im Umbruch befindlichen WM-Gastgeber von 2007 aber niemand. Solange das in Freundschaftsspielen passiert, ist das nicht weiter schlimm, meinte Neid, die auch der Potsdamer Torfrau Nadine Angerer deren Patzer bei dem Sieg bringenden direkt verwandelten Eckball durch Bai Lili (56.) verzieh. Beim ersten Spiel um den Algarve-Cup (9. bis 15 März) am 9. März gegen Finnland im portugiesischen Lagos wird Angerer wieder das deutsche Tor hüten. Ich werde Nadine wieder die Chance geben, um dieses Trauma zu vergessen, erklärte Neid.

Kein Problem hat die Bundestrainerin damit, junge Spielerinnen zu integrieren und dann auch mal zu verlieren. Sie können nur hinzu lernen, wenn sie spielen. Den Verjüngungsprozess personifizierten unter anderem die 20-jährige Anja Mittag (Turbine Potsdam), die von Beginn an spielen durfte, und Célia Okoyino da Mbabi (SC Bad Neuenahr). Die 17-Jährige kam in der 75. Minute zu ihrem elften Länderspiel-Einsatz und verdiente sich ein Lob der Bundestrainerin: Sie ist ein Typ, der sehr offensiv und laufstark ist. Célia hat Power und Dynamik ins Spiel gebracht und viele Bälle vor der Abwehr geholt. Ich würde ihr heute die Note zwei geben.

Auch dank Okoyino da Mbabi hatte Deutschland vor allem in der Schlussphase reihenweise Chancen zum Ausgleich, drei davon allein die beiden Frankfurterinnen Birgit Prinz und Steffi Jones. Die Chinesinnen hatten nur eine Chance und die war gar keine, sagte Jones. Weltfußballerin Prinz sprach vom vernagelten Tor der Chinesinnen. Rehabilitierung versprach ihre Teamgefährtin Kerstin Garefrekes: Wir haben in Portugal die Möglichkeit, es besser zu machen.

Deutschland wird mit einem 20-köpfigen Aufgebot zum Algarve-Cup reisen. Zum Kader des China-Spiels werden nach ihrer ausgeheilten Innenbandverletzung Renate Lingor (1. FFC Frankfurt) und Petra Wimbersky (Turbine Potsdam) stoßen, die aus Studiengründen passen musste. Neid versprühte Optimismus: Uns fehlt zwar noch der letzte Tick und die erforderliche Coolness, aber ich bin zuversichtlich für den Algarve-Cup, für 2006 und für 2007 sowieso.


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