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Politiker wollen Klinsmann vor Sportausschuss laden | 2006-03-04


Berlin - Die herbe 4:1-Niederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Italien ist zum Politikum geworden. Politiker von CDU, SPD und FDP wollen Bundestrainer Jürgen Klinsmann vor den Sportausschuss des Bundestages zitieren.

Sportpolitiker im Bundestag forderten in der Bild-Zeitung, Bundestrainer Jürgen Klinsmann müsse vor dem Ausschuss erläutern, wie er mit dieser Leistung Weltmeister werden wolle. Der Ausschussvorsitzende Peter Danckert (SPD) lehnte den Vorstoß jedoch ab. Das ist eine Schnapsidee, sagte er der Netzeitung.

Der CDU-Sportexperte Norbert Barthle sagte der Bild-Zeitung: Es wäre schön, wenn Herr Klinsmann mal dem Sportausschuss erklären würde, was seine Konzeption ist und wie er Weltmeister werden will. Das Spiel gegen Italien war grausam, und man fragt sich schon, wie er das bis zum Sommer aufholen will. Der Bund ist der größte Sponsor der WM, insofern hätte ich gerne ein paar Antworten.

Für die FDP-Sportexpertin Miriam Gruß geht es bei der WM um ein nationales Anliegen. Sie sagte dem Blatt: Weniger als 100 Tage vor der WM sollte Jürgen Klinsmann nicht mehr experimentieren müssen. Er sollte dem Sportausschuss sein Konzept erklären, denn es geht ja nicht nur darum, ob eine Mannschaft mal schlecht spielt, sondern um die Frage: Wie präsentiert sich Deutschland!

Auch der SPD-Sportpolitiker Reinhold Hemker möchte Klinsmann vor dem Ausschuss sehen. In der Zeitung sagte er: Ich würde mich freuen, wenn der Bundestrainer dem Sportausschuss sagen würde, wie er eine sichere Basis für das Team schaffen will. Die WM steht vor der Tür, da muss langsam mal klar sein, wer spielt. Klinsmann hat nur gute Spieler, aber es gibt zu viele Unsicherheiten. Hemker weiter: Er sollte endlich sagen, auf wen er setzt.

Wer Klinsi vor den Sportausschuss schleifen will, hat nicht alle Tassen im Schrank. Da könnten wir ja gleich im Bundestag über die Aufstellung abstimmen, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Fritz Kuhn. Bernd Heynemann (CDU), Mitglied im Sportausschuss und ehemaliger Bundesligaschiedsrichter, lehnte eine Einladung an Klinsmann ab. Er sagte der Hörfunkagentur dpa-Rufa: Wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Und weiter: Wenn einige Ausschussmitglieder sich da profilieren wollen, dann ist das deren Sache.


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