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Team-Workshop ohne Bundestrainer Klinsmann | 2006-03-05


Düsseldorf - Zahlreiche prominente WM-Trainer stehen auf der Teilnehmerliste, doch ausgerechnet der Name von Jürgen Klinsmann fehlt.

Wenn sich am 6. und 7. März Vertreter aller 32 Mannschaften der Fußball-Weltmeisterschaft im noblem Ambiente des Düsseldorfer Hilton-Hotels zum Team-Workshop treffen, wird der Bundestrainer nicht dabei sein. Für öffentliche Kritik an dessen Absage und Heimreise nach Kalifornien zeigte DFB-Präsident Theo Zwanziger zwar Verständnis, trotzdem nahm er Klinsmann in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung auch in dieser Frage demonstrativ in Schutz: Klinsmann ist nicht unser gesellschaftlicher Botschafter.

Auch Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff setzte sich gegen aufgekommenen Unmut zur Wehr. Bei Fragen, wann und wo der Bus abfährt und wo man Sponsoren-Schilder aufhängen darf, sei die Anwesenheit des Bundestrainers überflüssig. Ganz falsch liegt Bierhoff, der zusammen mit Klinsmann-Assistent Joachim Löw den DFB vertreten wird, mit dieser Einschätzung nicht. Bei der zweitägigen Veranstaltung stehen administrative Gesichtspunkte im Vordergrund. Alle Teamvertreter sollen detailliert mit den Turnierabläufen vertraut gemacht werden.

Gleichwohl warf Peter Neururer dem Bundestrainer in der Bild eine fragliche Berufsauffassung vor: Ich halte die Abreise auch für respektlos gegenüber den Trainerkollegen, die zum Workshop kommen, kritisierte der Coach von Hannover 96. Namhafte Fußball-Lehrer wie Carlos Alberto Parreira (Brasilien), Marcello Lippi (Italien), Marco van Basten (Niederlande), Sven-Göran Eriksson (England) und Raymond Domenech (Frankreich) haben ihr Kommen angekündigt. Sie wollen das Zusammentreffen nutzen, um über einen späteren Meldeschluss für ihre WM-Kader zu diskutieren.

Die Initiative ging nicht zuletzt von Klinsmann aus. Gemeinsam mit Eriksson, Lippi und Parreira macht sich der Bundestrainer dafür stark, seinen 23-köpfigen WM-Kader erst nach der vom Weltverband (FIFA) bislang vorgeschriebenen Frist bis zum 15. Mai benennen zu dürfen. Liebend gern würde er den Konkurrenzkampf um die begehrten WM-Tickets in den finalen Trainingslagern auf Sardinien und in Genf fortsetzen, um besser auf Verletzungen und Formkrisen reagieren zu können. FIFA-Präsident Joseph Blatter räumte dieser Forderung eine Chance auf Realisierung ein.

Anders WM-OK-Chef Franz Beckenbauer: Es wäre besser, gleich nur die 23 Mann zu nominieren. Als damaliger Teamchef habe er vor der WM 1986 mit der späten Absage für einige WM-Kandidaten keine guten Erfahrungen gemacht. Das ist eine menschliche Tragödie für einen Fußballer. Einen solchen Fehler begeht man als Trainer nur einmal, sagte Beckenbauer.

Neben den Trainern besprechen die Mediziner in Düsseldorf letzte organisatorische Details. Dabei geht es um die medizinische Untersuchungen der Teilnehmer vor dem Turnier, Verletzungsvermeidung und Doping-Kontrollen. Ein weiteres WM-Thema rundet die zweitägige Veranstaltung ab - wenn auch unplanmäßig. Weil OK-Chef Beckenbauer wegen starker Schneefälle nicht zur geplanten Vorstellung des Volunteer-Programms anreisen konnte, wird dieser Termin kurzerhand um einen Tag verschoben in Düsseldorf nachgeholt.


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