Madrid - Real Madrid hat mit einem 2:1-Sieg im Derby gegen den Lokalrivalen Atlético den Sturz ins Bodenlose abgewendet und seinem neuen Clubchef Fernando Martín zu einer Atempause verholfen.
Allerdings haben die Königlichen ihre Krise, die vor fünf Tagen im Rücktritt ihres Präsidenten Florentino Pérez gipfelte, nicht überwunden. Am Mittwoch geht es im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League bei Arsenal London für Real um Erfolg oder Misserfolg der gesamten Saison, meint das Sportblatt Marca. Das Hinspiel hatte der spanische Fußball-Rekordmeister 0:1 verloren.
In der Primera División konnte Real trotz seines Erfolgs vor 80 000 Zuschauern im Bernabéu-Stadion den Zehn-Punkte-Rückstand zum FC Barcelona nicht verkürzen. Der Tabellenführer gewann - angeführt von einem glänzend aufgelegten Ronaldinho - sein Heimspiel gegen Deportivo La Coruna mit 3:2.
In dem spielerisch schwachen Madrider Derby avancierte der Italiener Antonio Cassano, der den auf die Tribüne verbannten Ronaldo vertrat, zum umjubelten Star. Der im Winter vom AS Rom verpflichtete Torjäger brachte Real in der 3. Minute in Führung und war auch am 2:1-Siegtreffer von Julio Baptista (39.) beteiligt. Dabei war Cassano in der Madrider Presse bereits als Fehleinkauf und als zu dick abgeschrieben worden. Nun zeigt sich, dass er nicht nur einen gesunden Appetit hat, sondern auch torhungrig ist, witzelte Marca. Der Serbe Mateja Kezman (27.) hatte für Atlético ausgeglichen.
Cassanos Erfolg bringt Real-Trainer Juan Ramón López Caro in ein Dilemma: Soll der Coach bei Arsenal erneut auf Ronaldo verzichten, den torgefährlichsten Stürmer der Madrilenen? Der Brasilianer ist der große Verlierer des Derbys. Seine Verbannung auf die Tribüne gilt als Zeichen dafür, dass Real ihn los werden möchte. Zugleich steht der Torjäger, der bei den Fans in Ungnade gefallen ist, nun als der Sündenbock für die zuletzt blamablen Darbietungen des Teams und für den Rücktritt des Clubpräsidenten da.
Atlético trat gegen Real mit der Empfehlung von sechs Siegen in Serie an, aber im Bernabéu-Stadion verließ die Rotweißen wie immer der Mut. Das Team um Stürmerstar Fernando Torres spielte kaum Chancen heraus und versäumte es, die Krise und Verunsicherung beim großen Nachbarn auszunutzen. Atlético rettet Real, titelte das Sportblatt As. Wie schön für Real, einen so großzügigen Nachbarn zu haben!
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