Hamburg - Der Hamburger SV macht bei der Jagd auf die deutsche Fußball-Meisterschaft ernst. Mit Ailton (Beskitas Istanbul) und dem Niederländer Nigel de Jong (Ajax Amsterdam) verpflichtete der Bayern-Jäger Nummer eins zwei hochkarätige Spieler.
Damit liefen die Hanseaten beim Winterschluss-Verkauf in der Bundesliga sogar der Konkurrenz aus München den Rang ab. Während Tabellenführer FC Bayern sich lediglich die Dienste des Talents Julio dos Santos aus Paraguay sicherte, haben die Hamburger mit den beiden zwei Last-Minute-Einkäufen deutlich gemacht, dass die Ansprüche nach der starken Hinrunde gestiegen sind. Mit einem Sieg beim 1. FC Nürnberg zum Auftakt der Rückrunde soll eine turbulente Woche optimal abgerundet werden.
Bei der Personalie Nigel de Jong ging nach langwierigen Verhandlungen plötzlich alles ganz schnell. Am 26. Januar präsentierten HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann, Sportchef Dietmar Beiersdorfer und Trainer Thomas Doll ihr neues Juwel. Bereits in Nürnberg soll der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler, der es bisher auf zehn Einsätze in der Elftal und 96 Spiele in der Ehrendivision gebracht hat, zum Einsatz kommen. De Jong gilt als Allrounder auf höchstem Niveau und ist auch in der Abwehr einsetzbar. Mit dem HSV hat er einen Vertrag bis 2010 abgeschlossen. Die Ablösesumme beträgt 1,5 Millionen Euro, de Jongs Gehalt soll sich auf 1,75 Millionen Euro belaufen.
Wie schon beim Transfer von Rafael van der Vaart hat sich der HSV gegen etliche namhafte Mitbewerber durchgesetzt. Noch im Sommer stand Nigel de Jong auf der Wunschliste des AC Mailand und von Manchester United. Aktuell waren der FC Sevilla, Tottenham Hotspurs und Borussia Dortmund die hartnäckigsten Mitbewerber des HSV. Die Hamburger Verantwortlichen haben sich sehr um mich bemüht, das hat mir ein sehr gutes Gefühl gegeben. Außerdem hatte ich von Anfang an den Eindruck, dass beim HSV eine familiäre Atmosphäre herrscht. Zwischen mir und dem Verein hat sich sehr schnell ein komfortables Gefühl entwickelt, sagte de Jong.
Überzeugungsarbeit lieferte vor allem Khalid Boulahrouz, neben Rafael van der Vaart der zweite Niederländer beim HSV. Boulah hat mich immer wieder gepusht, mir viel Gutes über den Verein erzählt. Und dann habe ich Thomas Doll kennen gelernt, der mit so viel Herzblut dabei ist und so viel Enthusiasmus versprüht. Das war ein gutes Gefühl, sagte de Jong. Nigel wird die Qualität unseres Kaders gewaltig erhöhen, versprach Doll, der jetzt drei Oranje-Topstars in seinen Reihen hat. Beim Spiel in Nürnberg ist Nigel de Jong auf der zentralen Position vor der Abwehr vorgesehen.
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