Mönchengladbach - Der unerschütterliche Glaube an Torjäger Roy Makaay hat sich für den FC Bayern München gleich zum Rückrundenstart in der Fußball-Bundesliga ausgezahlt.
Wir brauchen einen guten und selbstsicheren Makaay für unsere Ziele. Darum bin ich glücklich, dass er wieder der Alte ist, befand Trainer Felix Magath nach dem Doppelpack des Niederländers beim 3:1 (1:0)-Erfolg bei Borussia Mönchengladbach. Nach wochenlanger Torflaute in der Hinrunde und heftiger Medienschelte hat der Mittelstürmer seine Gefährlichkeit im WM-Jahr wieder unter Beweis gestellt und dem FC Bayern nach dem Einzug ins Pokalhalbfinale einen blendenden Auftakt beschert.
Vom Zeugwart bis zum Manager hatten alle Vertrauen zu mir. Und der Trainer ohnehin, er hat mich immer aufgestellt. Da konnte ich ihm heute etwas zurückgeben, sagte der Bayern-Profi. Weitere Statements gab der Matchwinner unmittelbar nach der Partie nicht ab, da saß der Frust über die öffentliche Kritik doch zu tief. Diese Diskussionen haben gestört, aber das hat sich jetzt erledigt, betonte Magath, der bei aller Freude über die Fortsetzung des Siegeszuges mit dem 15. Erfolg im 18. Spiel und die Rückmeldung der Tormaschine auch mahnend den Finger hob. Jetzt muss Makaay diese Tore auch bestätigen. Er darf sich nicht zurücklehnen, sagte Magath.
Mit seiner Tore-Show zum 1:0, dem ersten Bayern-Treffer in Mönchengladbach seit sieben Jahren, und dem sehenswerten Volleyschuss zum 3:1 erhöhte der Niederländer seine fast unglaubliche Bundesliga-Bilanz auf 55 Treffer in 82 Spielen und unterstrich damit zugleich die hohen Ansprüche seines Teams. Das war über weite Strecken eine Fußball-Demonstration, befand Manager Uli Hoeneß. Auch Karl-Heinz Rummenigge war hochzufrieden mit dem Auftritt des Rekordmeisters. Damit haben wir ein positives Zeichen gesetzt. Jetzt muss die Konkurrenz zeigen, was sie drauf hat, sagte der Vorstandschef.
Dabei erwies es sich für die Bayern als äußerst günstig, drei Tage vor dem Ligastart bereits die Pokalpartie gegen den FSV Mainz 05 gespielt zu haben. Dadurch hatten wir einen Vorteil und waren schon im Rhythmus, sagte Magath, der nur kurzzeitig befürchten musste, dass die Gladbacher noch einmal ins Spiel kommen. Nach Ballacks Freistoßtor zum 2:0 (55.) gelang dem Belgier Wesley Sonck (56.) in seinem ersten Spiel nach neun Monaten direkt der Anschlusstreffer zum 1:2. Wenn es ganz schlecht läuft, kassieren wir dann noch das 2:2. Das darf uns als Spitzenmannschaft nicht passieren, meinte Magath.
Dazu hätten die Gladbacher allerdings couragierter und einfallsreicher auftreten müssen. Vor den Augen von Bundestrainer Jürgen Klinsmann waren die Gastgeber im ausverkauften Borussia-Park weit von ihrer Form der Hinrunde entfernt. Wenn die Bayern einmal einen Lauf haben, sind sie nicht zu stoppen, und bei der Klasse der Spieler hast du dann keine Chance, erklärte Trainer Horst Köppel, dessen Team wie beim 0:3 im Hinspiel, zu dem Makaay ebenfalls zwei Tore beisteuerte, den Münchnern meistens hinterherlief.
Auch seine Profis erkannten die Klasse des Ligaprimus neidlos an. Die Bayern waren heute zu stark für uns. Aber davon geht die Welt nicht unter. Wir werden unsere Ziele, die wir uns gesetzt haben, erreichen, betonte Borussen-Kapitän Jeff Strasser, der in der Innenverteidigung oft überfordert war gegen die individuellen Fähigkeiten der Bayern-Stürmer. Dass Makaay irgendwann wieder treffen würde war klar, aber dann gleich gegen uns? Das zeigt jedenfalls auch seine Klasse, befand Strasser.
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