Leipzig - Bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) gehen die Planungen für eine Reform des Ligapokals weiter voran, doch die Spitzenclub wollen, dass alles beim Alten bleibt.
Nach der zehnten Auflage des mit 5,2 Millionen Euro dotierten Wettbewerbs wurde in den Katakomben des Leipziger Zentralstadions heftig über eine mögliche Ausweitung des Ligapokals auf alle 36 Proficlubs und Spiele während der Saison diskutiert. Das sind Gedankenspiele, die hoffentlich nie realisiert werden. Wenn die unterklassigen Mannschaften das wollen, können sie den Ligapokal ja unter sich ausspielen, sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß.
Der Münchner zeichnete auch gleich ein mögliches Szenario. Wir haben 25 Spieler, da können wir auch mit der Reserve spielen, sagte Hoeneß und gab die Marschroute vor: Wir wollen weniger Spiele und nicht mehr. In England wird der Ligapokal seit einigen Jahren mit allen 96 Profivereinen ausgespielt. Die Spitzenteams lassen in dem relativ bedeutungslosen Wettbewerb regelmäßig ihre Ersatzspieler zum Einsatz kommen. Ein Wettbewerb der Reserveteams würde aber in Deutschland wiederum die Zukunft des Ligapokals grundsätzlich in Frage stellen. Der Vertrag mit dem Fernsehsender und Namensgeber Premiere ist mit dem Leipziger Finale abgelaufen.
Holger Hieronymus, Geschäftsführer Spielbetrieb der DFL, brachte eine Lösung mit 16 Teams ins Spiel. Die Clubs der 2. Liga sollen stärker in den Wettbewerb einbezogen, ein echtes Endspiel im Dezember ausgetragen und der Sieger mit einem UEFA-Cup-Platz belohnt werden. Auch ein aufgestocktes Preisgeld von 25 Millionen Euro steht im Raum. In diesem Jahr qualifizierten sich die vier besten Teams der Bundesliga sowie der Pokalsieger und der Zweitliga-Meister für den Ligacup. Sieger Bayern München strich zwei Millionen Euro Prämie ein.
Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld sprach sich klar für den Erhalt des Ligapokals in seiner bisherigen Form aus: Der Ligapokal ist ein optimaler Wettbewerb. Man kann sich nach den leichten Tests daran gewöhnen, dass es in der Bundesliga härter zur Sache geht. Ich hoffe sehr, dass der jetzige Modus so bleibt. Unterstützung bekam er von seinem Schalker Kollegen Mirko Slomka: Der aktuelle Modus ist sehr gut, auch durch die Hinzunahme des Zweitliga-Meisters hat er dieses Jahr an Attraktivität gewonnen. Der Wettbewerb ist für die Vorbereitung gut, aber nur, wenn er so bleibt.
Die Profis diskutierten hingegen zurückhaltender über den Modus. Bayern-Torhüter Oliver Kahn meinte: Für das Selbstvertrauen ist der Ligapokal doch okay. Schalkes Nationalspieler Gerald Asamoah wollte sich nicht unbedingt den Kopf über den Wettbewerb zerbrechen: Es wird immer vieles diskutiert. Wenn die Herren es mit mehr Mannschaften so regeln, dann müssen wir eben spielen.
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