Düsseldorf - Mit dem wieder erstarkten Torjäger Roy Makaay hat der FC Bayern München gleich zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde die Konkurrenz geschockt.
Vieles deutet schon nach dem Startschuss ins WM-Jahr auf einen Alleingang des Rekordmeisters hin, der mit dem souveränen 3:1-Sieg bei Borussia Mönchengladbach auftrumpfte und den Vorsprung an der Spitze auf acht Punkte ausbauen konnte. Denn der Hamburger SV blies trotz der Neuzugänge Ailton und Nigel de Jong nach dem 1:2 beim 1. FC Nürnberg die Bayern-Jagd ab. Wir haben uns nie als Bayern-Jäger gesehen, und wer Meister wird, ist mir völlig wurscht, sagte Trainer Thomas Doll genervt. Werder Bremen zog durch einen 1:0- Erfolg bei Arminia Bielefeld im Sonntagsspiel an den Hanseaten vorbei auf den zweiten Platz.
Von den Punktverlusten des HSV profitierte im zweiten Sonntagsspiel auch der erstmals von Mirko Slomka betreute FC Schalke 04. Der Tabellenvierte gewann beim Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern mit 2:0 (1:0) und verkürzte den Rückstand auf die Champions-League- Ränge um einen Zähler. Die Treffer erzielten Lincoln (12.) und Levan Kobiaschwili (78./Foulelfmeter). Beim Spiel in Bielefeld hatten die ohne ihren Torjäger Miroslav Klose angetretenen Bremer Glück, dass die Arminia in der 24. Minute einen Strafstoß durch David Kobylik vergab. Den Siegtreffer für Werder erzielte Frank Fahrenhorst (72.).
Ohne Häme, aber mit einer Portion Genugtuung und äußerst entspannt kommentierte Bayern-Manager Uli Hoeneß das Geschehen am 18. Spieltag. Das war eine Fußball-Demonstration. Wir haben schon damit gerechnet, dass wir mit dem guten Spiel unsere Gegner unter Druck setzen. Der HSV hat Wirkung gezeigt. Ich glaube nicht, dass die Hamburger noch neun Punkte auf uns aufholen, sagte Hoeneß am Sonntag im DSF.
Auch Trainer Felix Magath hatte allen Grund zur Freude, zumal der zweifache Torschütze Makaay nach längerer Durststrecke wieder zur gewünschten Form zurückfand. Es tut ihm gut, dass er die beiden Tore erzielt hat, sagte Magath. Der Niederländer sei für das Erreichen der großen Saisonziele ein ganz wichtiger Baustein. Deshalb bin ich glücklich, dass Roy wieder der Alte ist. Obwohl die Fachwelt nun große Langeweile im Titelrennen fürchtet, wirkte Magath fast beruhigend auf die Konkurrenz ein: Unschlagbar sind wir nicht.
Für die Hanseaten war das nach dem emotionslosen Auftritt in Nürnberg kein Trost. Ich habe gedacht, ich sei im falschen Film. Nach der Führung haben wir das Spiel völlig aus der Hand gegeben, monierte Doll. Aber auch Club-Coach Hans Meyer war nicht zum Lachen zumute, weil sich Torjäger Marek Mintal bei seinem Comeback erneut den linken Mittelfuß brach und nun für Monate ausfällt.
Abseits des Spitzenkampfes standen weitere Trainer-Debüts im Fokus - mit sehr unterschiedlichem Erfolg. Klaus Augenthaler (Die Tabelle schaue ich mir gar nicht erst an) misslang seine Premiere als Coach des VfL Wolfsburg beim 2:3 in Dortmund ebenso wie Hanspeter Latour sein Einstand beim 1. FC Köln. Der Schweizer war nach dem 2:4 beim FSV Mainz 05 mehr als bedient. Wir hatten extreme Schwierigkeiten in der Abwehr, schimpfte Latour. Dessen Elf wartet nun seit 13 Spielen auf einen Sieg und blickt einem unerbittlichen Kampf gegen den Abstieg entgegen. Die Mainzer dagegen spielen sich vor allem dank der Treffsicherheit von Michael Thurk (5./55.) Stück für Stück aus dem Tabellenkeller. Wichtig war allein der Sieg, betonte Thurk.
Besser als Augenthaler und Latour machte es Jürgen Kohler. Dem Trainer-Neuling, der den MSV Duisburg vor dem abermaligen Sturz in die 2. Liga bewahren soll, gelang mit dem 1:0 beim VfB Stuttgart ein optimaler Start und ein Überraschungscoup gegen seinen Lehrmeister Giovanni Trapattoni. Dennoch stimmte der Weltmeister von 1990 keine Jubelgesänge an. Das war nur der erste Schritt in die richtige Richtung. Dass ausgerechnet der im Winter vom VfB ausgeliehene Marco Caligiuri mit dem Tor des Tages für den ersten MSV-Auswärtssieg der Saison sorgte, gehörte zu den Besonderheiten des Spieltags.
Weniger gut lief es für Hertha BSC und Bayer Leverkusen. Beide Favoriten standen in ihren Heimspielen am Rande einer Niederlage. Im Olympiastadion bewahrte Dick van Burik sein Team mit dem 1:1- Ausgleich gegen Hannover vor einer weiteren Pleite. Und in Leverkusen konnten sich die Verantwortlichen nach dem schmeichelhaften 2:1 gegen Eintracht Frankfurt angesichts der desaströsen Leistung in der ersten Spielhälfte kaum beruhigen. So enttäuscht war ich noch nie von meiner Mannschaft, schimpfte Trainer Michael Skibbe. dpa ub yynwd bü rj ri
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