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Essen und Kiel Favoriten - Kampf im Tabellenkeller | 2006-02-02


Leipzig - Die Karten werden neu gemischt: Mit viel Optimismus starten die Favoriten in die Rückrunde der Fußball-Regionalliga Nord und hoffen, durch einen erfolgreichen Auftakt nach der Winterpause die Weichen für den ersehnten Aufstieg und damit bessere Zeiten zu stellen.

Doch angesichts der engen Punktabstände - zwischen Tabellenführer Holstein Kiel und dem viertplatzierten VfB Lübeck liegen nur fünf Zähler - ist derzeit nicht abzusehen, wem am Ende der Sprung in den Profifußball gelingt.

Glaubt man dem Sachverstand der Trainer, wird sich das Aufstiegs-Duo aus dem derzeitigen Führungsquartett Kiel, Rot-Weiß Essen, FC St. Pauli und Lübeck heraus kristallieren. Die vor der Saison favorisierten Mannschaften haben sich oben versammelt. Wir haben unsere Ziele mit dem ausgegebenen Aufstieg klar formuliert. Daher wage ich die Prognose, dass neben uns ein Verein aus diesem Favoritenkreis aufsteigen wird, ist Essens Coach Uwe Neuhaus vom direkten Wiederaufstieg seines Teams in die 2. Liga überzeugt.

Neuhaus, dessen Offensivabteilung mit bisher 38 Treffern glänzte und damit die meisten Tore alle 19 Regionalligisten markierte, erhofft sich auf dem Weg an die Tabellenspitze vor allem von Neuverpflichtung Arie van Lent, der vom Erstligisten Eintracht Frankfurt kam, Schützenhilfe. Ein Super-Typ, der zur Hafenstraße passt. Unsere 1-A-Lösung, setzt Essens Sportlicher Leiter Olaf Janßen große Erwartungen in den Stürmer. Allerdings kam van Lent in Frankfurt nicht mehr großartig zum Zug, seinen letzten Treffer markierte der 35-Jährige am 29. April 2005.

Die Rückkehr in den bezahlten Fußball nach 25 Jahren peilt auch Kiel an. Mit 44 Punkte führt das Team des ehemaligen Bundesliga- Profis Frank Neubarth die Tabelle an und hat den Grundstein dafür gelegt. Wir haben dabei gute Chancen, aber es wird bis zum letzten Spieltag eng, wagte Neubarth angesichts der Ausgeglichenheit der Spitzenteams keine Prognose. Bei der Operation 2. Liga setzen die Kieler, die 1981 aus der zweithöchsten deutschen Spielklasse abstiegen, auf den vom Bundesligisten MSV Duisburg ausgeliehenen Mike Rietpietsch. Ich bin hier, um mit Holstein aufzusteigen, kündigte der 31-jährige Mittelfeldspieler an.

Ein Wörtchen mitreden wollen aber auch der FC St. Pauli und Lübeck. Die Vorgaben von Paulis Coach Andreas Bergmann, der mit seinem Team nach dem Einzug ins DFB-Pokalhalbfinale auf Wolke sieben schwebt, und seinem Lübecker Kollegen Stefan Böger sind eindeutig: Wir wollen am Ende beim Aufstieg dabei sein.

Düster sieht es indes im Tabellenkeller aus. Der Kampf gegen den Abstieg wird noch ein wenig spannender, ist Harry Pleß von Rot-Weiß Oberhausen überzeugt. Neben den zweiten Mannschaften der Erstligisten Werder Bremen, Hamburger SV und 1. FC Köln sind auch der Chemnitzer FC und Preußen Münster, die auf einem Abstiegsplatz überwintert haben, sowie bis zu Platz zehn alle Mannschaften in akuter Gefahr. Die letzten sieben oder acht müssen zittern, glaubt Wuppertals Trainer Henry Fuchs.

Auf dem Transfermarkt galt bei den Regionalligisten diesmal das Motto Klasse statt Masse. Mit dem Transferschluss am 31. Januar meldeten die Clubs 33 Neuverpflichtungen und 32 Abgänge.


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