Frankfurt/Main - Der für den verletzten Christian Fiedler ins Tor gerückte Gerhard Tremmel hat Hertha BSC Berlin vor einer Niederlage bei Aufsteiger Eintracht Frankfurt bewahrt.
Der Keeper war beim 1:1 (1:0) der Hauptstädter der überragende Spieler auf dem Platz. Nach der Führung durch Kevin-Price Boatengs erstes Saisontor (12. Minute) konnte er den Ausgleich durch Frankfurts Kapitän Jermaine Jones (58.) vor 30 000 Zuschauern in der Commerzbank-Arena allerdings nicht verhindern.
Während die Eintracht ihren gesicherten Mittelfeldplatz (11./22 Punkte) in der Fußball-Bundesliga festigte, verpassten die seit nunmehr vier Spielen sieglosen Berliner den Anschluss an die ersten Vier. Zudem müssen sie am 7. Febraur daheim gegen Tabellenführer FC Bayern München ohne Alexander Madlung auskommen, der wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (69.) sah.
Nach der Gelb-Roten Karte ging es für uns nur noch darum, den Punkt zu retten, sagte Hertha-Coach Falko Götz nach dem wechselhaften Auftritt seines Teams. Wir haben zwei grundverschiedene Halbzeiten von unserer Mannschaft gesehen. Nach der Pause ist der Faden vollkommen gerissen, monierte Götz.
Doch schon vor dem Seitenwechsel verbuchten nicht die Berliner, sondern die gastgebenden Hessen die besseren Chancen. Nachdem der Neu-Herthaner Vaclav Sverkos an einer Marcelinho-Hereingabe vorbeigerutscht war (3.), verpasste auf der Gegenseite der frühere Berliner Marco Rehmer die Führung. Beim Kopfball des bemühten, aber glücklosen Manndeckers war Tremmel zur Stelle. Alexander Meier (16./33.), Christoph Preuß (26.), Ioannis Amanatidis (33./38.) und Chris (39.) scheiterten danach ebenfalls entweder an Tremmel oder am eigenen Unvermögen. Wir hätten auf Grund des Chancenverhältnisses unbedingt gewinnen müssen, meinte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel, lobte aber die Moral: Wir sind auf dem richtigen Weg.
Dabei hatten sich die Frankfurter, bei denen Christopher Reinhard auf der linken Abwehrseite für den verletzten Schweizer Christoph Spycher sein Bundesliga-Debüt gab, auch unbeeindruckt vom kuriosen Gegentreffer gezeigt, als Keeper Oka Nikolov den 20-Meter-Schuss Boatengs nach einem Hackentrick von Marcelinho nicht hatte festhalten können. Viel mehr war von den zwar spielbestimmenden, aber nicht durchschlagskräftigen Berlinern vor der Pause nicht zu sehen.
Nach dem Seitenwechsel waren es erneut die Gastgeber, die um den raschen Ausgleich bemüht waren. Benjamin Köhler (51.) fand aber ebenfalls in Tremmel seinen Meister. Sieben Minuten später war es dann soweit: Mit einem fulminanten Schuss aus 17 Metern überwand Jones den chancenlosen Schlussmann. Wir wussten, dass wir gegen Berlin etwas holen können, und das haben wir dann auch getan, meinte der Torschütze. Trotz heftiger Attacken gelang den Gastgebern aber nicht mehr der Siegtreffer gegen zuletzt in Unterzahl verteidigende Berliner. Dabei vergab ausgerecht Rehmer neun Minuten vor dem Ende nach einem Abpraller die größte Chance, als er nur den Pfosten traf.
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