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Schiedsrichter-Schelte - Ägypten wirft Mido raus | 2006-02-08


Kairo - Die Leistungen der Fußball-Schiedsrichter und der Rauswurf von Ägyptens Starstürmer Ahmed Mido sorgen zwei Tage vor dem Endspiel beim Afrika-Cup für reichlich Zündstoff.

Gastgeber Ägypten wird das Finale gegen den WM-Teilnehmer Elfenbeinküste definitiv ohne Mido bestreiten. Der Angreifer des englischen Premier League Clubs Tottenham Hotspurs wurde mit sofortiger Wirkung für sechs Monate aus dem Kader ausgeschlossen, weil er sich im Halbfinale gegen den Senegal (2:1) mehrere Minuten gegen seine Auswechslung gewehrt hatte.

Erst nach einem lautstarken Disput mit Trainer Hassan Shehata verließ Mido das Spielfeld. Ausgerechnet der für ihn eingewechselte Amr Zaki (80.) erzielte bei seiner ersten Ballberührung vor 74 000 Zuschauern das viel umjubelte Siegtor. Nach Spielschluss attackierten die Senegalesen, die Ägypten über weite Strecken Paroli bieten konnten, Schiedsrichter Evehe Divine. Der Mann aus Kamerun übersah in der letzten Minute ein Foul des Ägypters Ahmed Said an Dismasny Kamara im Strafraum. Das war ein ganz klares Foul, und normalerweise bekommt man dafür einen Elfmeter. Aber die Ägypter sind hier die Ausrichter, und es ist besser für das Turnier, wenn sie im Endspiel sind, schimpfte Senegals Stürmer El Hadji Diouf von den Bolton Wanderers.

Auch nach dem Halbfinale zwischen der Elfenbeinküste und Nigeria (1:0) beschwerte sich das unterlegende Team heftig über die Leistungen des Unparteiischen und seiner Assistenten. Das Tor, das uns letzten Endes besiegte, war irregulär. Drogba stand mindestens sieben Meter im Abseits, klagte Nigerias Trainer Austin Eguavoen über den südafrikanischen Schiedsrichter Jerome Damon.

Allerdings gab Eguavoen auch zu, dass seine Mannschaft nicht an die guten Leistungen der Begegnungen zuvor anknüpfen konnte: Das war unser schlechtestes Turnierspiel. Sein Kollege Henri Michel konnte sich im Team der Elfenbeinküste erneut auf Stürmerstar Didier Drogba verlassen. Der Angreifer des FC Chelsea markierte mit seinem dritten Turnier-Treffer in der 47. Minute die Entscheidung - und unterstrich damit seine Bedeutung für das WM-Turnier im Sommer in Deutschland.

Zuvor kommt es aber in Kairo im Finale um den Afrika-Cup zu einer Neuauflage des Gruppenspiels zwischen Ägypten und der Elfenbeinküste. Im ersten Spiel hatten die Nordafrikaner 3:1 gewonnen. Allerdings hatte der französische Trainerfuchs Henri Michel ein Reserve-Team der Elfenbeinküste aufgeboten, da sich seine Mannschaft schon vorher für die nächste Runde qualifiziert hatte.


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