Kairo - Gastgeber Ägypten will Fußball-Geschichte schreiben. Mit einem Sieg im Afrika-Cup-Endspiel am 10. Februar gegen WM-Teilnehmer Elfenbeinküste würden sich die Pharaonen als erste Mannschaft zum fünften Mal den Titel der kontinentalen Meisterschaft sichern.
Die Chancen dafür stehen für die Hausherren gar nicht mal schlecht. Zum einen werden im Cairo International Stadium 74 000 fanatische Fans wie ein Mann hinter ihrer Mannschaft stehen, zum anderen hat die Heim-Mannschaft die Elfenbeinküste im Gruppenspiel bereits mit 3:1 bezwungen. Auch die Tatsache, dass mit Ahmed Mido Hossam der international bekannteste ägyptische Spieler ausgerechnet im Endspiel fehlen wird, soll daran nichts ändern.
Der 22-Jährige Stürmer von Tottenham Hotspur wurde mit sofortiger Wirkung für sechs Monate aus dem Kader ausgeschlossen, weil er sich im Halbfinale gegen den Senegal (2:1) mehrere Minuten gegen seine Auswechslung gewehrt hatte. Erst nach einem lautstarken Disput mit Trainer Hassan Shehata verließ Mido das Spielfeld. Schon im Vorjahr wurde Mido einige Monate nicht berücksichtigt, nachdem er sich mit dem damaligen Coach Marco Tardelli überworfen hatte.
Mido ist nur einer von 23 Spielern. Wir haben viele andere gute Spieler, die im Spiel eingesetzt werden können. Wir wollen uns auf das Endspiel konzentrieren, alles andere sollten wir nun vergessen, forderte Shehatas Assistent Shawki Gharib. Midos Platz soll der 39-jährige Hossam Hassan einnehmen, der in seinem 170. Länderspiel als erster Spieler zum dritten Mal den Afrika-Cup holen möchte. Schon 1986, als das Land der Pharaonen als Gastgeber damals den dritten Afrika-Cup-Titel gewann, stand Hassan im Kader.
Die Hoffnungen der Elefanten von der Elfenbeinküste ruhen vor allem auf Chelseas Top-Star Didier Drogba, der mit seinem Tor gegen Nigeria das westafrikanische Land ins Endspiel schoss. Im ersten Duell waren Drogba und Verteidiger Kolo Touré (FC Arsenal) von Trainerfuchs Henri Michel noch geschont worden, da sein Team schon vor dem letzten Gruppenspiel für die nächste Runde qualifiziert war.
Für Touré, der als einer der besten Verteidiger des Turniers gilt, ist das Endspiel mit Blick auf die WM sehr wichtig. Wenn wir hier gut spielen und gewinnen, werden wir natürlich voller Selbstvertrauen nach Deutschland fahren. Aber eigentlich haben wir schon das geschafft, was wir hier erreichen wollten. Ich glaube wenn wir bei der WM auflaufen, werden unsere Gegner uns sehr ernst nehmen.
Als einziger der fünf afrikanischen WM-Teilnehmer konnte sich die Elfenbeinküste für das Halbfinale qualifizieren. Schon einmal - 1992 im Elfmeterschießen gegen Ghana - gewannen die Elefanten den Afrika- Cup. Es wird diesmal aber ganz, ganz schwer. Die Ägypter werden vom ganzen Stadion angefeuert werden, das Land steht hinter ihnen. Aber diesmal spielen wir mit unserer besten Mannschaft. Wir werden uns möglichst teuer verkaufen, verspracht Co-Trainer Michel Dussuyer.
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