Berlin - Hertha BSC sortiert seien Kader weiter radikal um. Wenige Tage vor dem Pokal-Start in die neue Saison sind beim Berliner Bundesligisten mit Kevin Boateng und Christian Gimenez die Abgänge Nummer neun und zehn perfekt, dem stehen bisher nur drei neue Gesichter entgegen.
Der Transfervertrag ist unterschrieben, auch der Spieler hat seinen Vertrag unterzeichnet, bestätigte Hertha-Manager Dieter Hoeneß den Abschluss des Wechsels von Kevin Boateng zu Tottenham Hotspur. Der Hauptstadtclub wird für den deutschen Junioren-Nationalspieler 7,4 Millionen Euro einnehmen. Auch Tottenham bestätigte den Wechsel des 20-Jährigen.
Der Wechsel des Angreifers Christian Gimenez zum mexikanischen Club Deportivo Toluca sei laut Hoeneß ebenfalls klar. Auch hier ist bereits eine Transfervereinbarung unterschrieben, nach der Hertha etwas mehr als zwei Millionen Euro bekommt. Der 32-jährige Argentinier hatte um die Auflösung seines bis 2009 laufenden Vertrags gebeten. Wir haben zusammen mit dem Trainer alles abgewogen und dann so entschieden, erklärte Hoeneß. Gimenez ist nach Mexiko geflogen, um die vertraglichen Modalitäten zu klären. Gimenez, der in der abgelaufenen Spielzeit mit zwölf Treffern zweitbester Torschütze der Berliner hinter Marko Pantelic (14) war, hatte beim neuen Hertha- Trainer Lucien Favre nicht die besten Karten.
Mit 7,4 Millionen Euro Ablöse ist Kevin-Prince Boateng, der sich fünf Jahre an Tottenham bindet, der zweitteuerste Hertha-Verkauf aller Zeiten nach Mittelfeldspieler Sebastian Deisler, der 2002 für 9,2 Millionen Euro zu Bayern München gewechselt war. Den Medizincheck in London hatte der talentierte, aber schwierig zu führende Kevin Boateng bereits am Montag absolviert. Noch keine Einigung gibt es um Bruder Jerome Boateng, der zum Hamburger SV will. Der HSV muss auf unsere Vorstellungen eingehen, dann wird Jerome wechseln, sagte Hoeneß.
Bis zum Transferschluss am 31. August will Hoeneß als Ausgleich für die Abgänge noch vier, vielleicht auch fünf neue Spieler nach Berlin holen. Der Manager will aber keine Schnellschüsse machen: Es nutzt nichts, jetzt mit Druck zu arbeiten. Zwar wäre es schön, bis zum Bundesliga-Start am 11. August in Frankfurt noch den einen oder anderen Neuzugang präsentieren zu können, aber die ersten Spiele sind nicht maßgeblich, betonte Hoeneß. Im Gespräch sind derzeit der 18-jährige Veli Kavlak (Rapid Wien) und der 19-jährige Fabian Lustenberger (FC Luzern).
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